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Lernen durch Lehren




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НазваLernen durch Lehren
Дата27.09.2012
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ТипДокументи

Lernen durch Lehren

Mykytjuk S.M

Lehrstuhl für Methodik der Philologie,

Institut für Weiterbildung Tscherniwzi

Ljaschenko S.I.

Methodikerin der Stadtverwaltung für Bildungswesen

Tscherniwzi

Seit einigen Jahren sind in der didaktischen Diskussion neben die Fragen der Ziele, Inhalte und Methoden auch Fragen zu den Menschen, die am schulischen Fremdsprachenunterricht teilhaben, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. In erster Linie sind es Fragen zur lernenden Person mit didaktischen Begriffen wie z.B. Schülerorienlierung (Berücksichtigung von Schülerinteressen), Binnendifferenzierung (z. B. unterschiedliche Unterrichtsangebote für leistungsstärkere/-schwächere Schüler), Projektorienlierung (z.B. Lernen durch die gemeinsame Arbeit an Projekten) oder lernpsychologischen Begriffen wie z. B. Lerntyp, Lernstrategien, wird versucht, die Perspektive der Lernenden zu würdigen und in die didaktischen Überlegungen einzubeziehen. Die vermehrte Aufmerksamkeit auf die Lernenden hat auch damit zu tun, dass wohl damit etwas Grundlegendes gemerkt wird: ohne aktive Teilnahme der Lernenden kann nicht wirklich von Fortschritt im schulischen Fremdsprachenunterricht gesprochen werden

Mit den Fragen zu den Menschen, die am Fremdsprachenunterricht teilhaben, wird seltener die Lehrperson selbst thematisiert. Höchstens wird in sogenannten schülerorientierten Ansätzen die Rolle der Lehrperson von der Rolle der lernenden abgeleitet. Demnach wird der Lehrer zum Berater oder Vermittler, die Lehrerin zur Helferin oder zur Wegbegleiterin. Man vernimmt zwar, was die Lehrperson so alles tun und lassen soll.

Die Ziele, Inhalte und Vorgehensweisen, die im Bereich der Autonomie diskutiert werden, bezwecken auf der Ebene des Lernens einen persönlicheren Zugang zur Zielsprache und damit ein spannenderes Lernen. Auf der Ebene der Persönlichkeit sollen Fähigkeiten und Einstellungen entwickelt werden, die das Lernen anderer Sprachen nach der Schule, aber auch das Selbstvertrauen im Umgang mit Sprachen und die Offenheit für neue Sprachen maßgeblich unterstützen. Damit bilden die Ziele im Bereich der Selbständigkeit in Sachen Fremdsprachenlernen eine Brücke zwischen den allgemeinerzieherischen (wie soziales und solidarisches Verhalten, Einfühlungsvermögen, Toleranz usw.) und den fremdsprachspezifischen Zielen (wie die rezeptiven und produktiven Fertigkeiten, Wortschatz, Grammatik, Landeskunde usw.)

^ Wie kann Selbständigkeit gefördert werden?

Selbständigkeit im lernen einer Fremdsprache ist ein Ziel, das In jeder Unterrichtsstunde angestrebt werden kann Das bedeutet, dass die Selbständigkeit keine Voraussetzung ist, die die Lernenden mitbringen müssen, und dass es nicht damit getan ist, den Lernenden einfach einen Freiraum fürs Lernen zu schaffen (zum Beispiel durch eigenständige Erkundungen ausserhalb des Schulzimmers) oder den Lernenden eine Reihe von Selbstlernmaterialien zur Verfügung zu stellen. Auch bewährte Unterrichtsformen wie zum Beispiel Projektunterricht, Planspiel, Wochen-planarbeit, die alle wichtige Beiträge zur Autonomieförderung leisten können, funktionieren nicht von selbst. Das methodische Vorgehen muss immer sorgfältig eingeführt werden, will man das Ziel nicht von vornherein verfehlen. Das Vorgehen und die Regeln in der Gruppenarbeit, in einem Schülerreferat oder bei der Arbeit im Internet) muss von den Lernenden genauso gelernt werden wie der Einsatz von spezifischen Lern- und Arbeitstechniken.

^ Unterrichtskonzepte, die von den Lernenden Selbstinitiative verlangen

Diese Unterrichtskonzepte zeichnen sich im Wesentlichen dadurch aus, dass sie den Lernenden einen gewissen Freiraum mit bestimmten Spielregeln innerhalb des Unterrichts bieten. Als klassisches Beispiel gilt hier der wohlbekannte Projektunterricht.

Ebenso klassisch, jedoch weniger verbreitet, ist die Freinet-Pädagogik. Eines der wichtigsten Erziehungsziele war für Celestin Freinet die „autogestion", eigentlich ein begrifflieber Vorläufer der Autonomie. „Autogestion" wird möglich, wenn folgende Fähigkeiten gefördert werden:

  • die Selbstveranrwortung: z. B. Arbeitsverträge abschliessen, gegenüber der Lerngemeinschaft Rechenschaft ablegen in Bezug auf das Hinhalten oder nicht Einhalten der eigenen Arbeitsvorhaben;

  • die Selbstregulierung: z.B. durch Monats- und Wochenpläne, Planung und Reflexion der Arbeilsabläufe;

  • die Selbstbewertung: z. B. anhand von Ubungsmaterial mit Losungsschlüsseln, Eigenbewertung, Gruppenevaluation (siehe dazu auch den Beitrag von Günther Schneider. Seite 16).

Die Freinet-Pädagogik unterstützt die „Autogestion" mit klaren, für alle Lernenden nachvollziehbaren Unterrichtsphasen wie kollektive Arbeit, persönliche Arbeit, kreative Arbeit und Sozialisierung der Ergebnisse. Die wesentlichen didaktischen Elemente sind dabei:

  • das Formulieren und Sammeln der Bedürfnisse der Lernenden, der Lehrperson und der Institution;

  • das Aushandeln und Festhalten der Lernziele;

  • die Umsetzung der Ziele in unterrichtliche Inhalte;

  • die Evaluation des erlebten Unterrichts.

Unterrichtskonzepte, die von den Lernenden Selbstinitiative und Reflexionen verlangen

Die zweite Tendenz der autonomiefördernden Ansätze umfasst Unterrichts konzepte, die zwar das selbstinitiative Lernen unterstützen, zusätzlich aber als wesentliches didaktisches Element die Reflexion über das Lerngeschehen und über kulturelle Ausprägungen vorsieht.

Tatsächlich lassen die sehr aufschlussreichen Resultate der lernpsycliologischen Forschung der letzten Jahrzehnte den Schluss zu, dass metakognitive Phasen im Unterricht wesentlich zum Lernerfolg beitragen können. Phasen, in denen die Lernenden überlegen, wie sie gelernt haben, welche Schwierigkeiten sie angetroffen haben, wie der Unterricht bzw. ihre Lernarbeit optimiert werden könnten usw., ermöglichen den Lernenden Einblicke in das eigene Lernverhalten und in die erlebten I.ehr-/Lernprozesse. Diese Einblicke erlauben es nicht nur, wenig effiziente Lehr-/Lern-formen zu verbessern, sie sind auch die Voraussetzungen, um die eigenen Stärken und Schwächen, die eigenen Vorlieben und Interessen besser zu erkennen und damit auch das Selbstvertrauen zu stärken.


Eine lernerorientierte Variante des Unterrichts ist die Methode Lernen durch Lehren. Die Schüler übernehmen teilweise oder ganz einzelne Unterrichtssequenzen. Sie erarbeiten allein oder in Gruppen. Die Funktion des Lehrers ändert sich bei dieser Methode grundlegend. Ihre Aufgabe beschränkt sich auf die genaue Vorbereitung dieser Einheiten und auf die Beratung der Gruppe. Alle Schüler arbeiten gleichzeitig, selbstständig, sprechen mit einander. Sie können unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten unterbringen. Sie benutzen verschiedene Materialien, suchen nach wichtiger Information, bereiten sich vor.

Schaufensterbummel

Der Lehrer bereitet eine Ausstellung von Materialien zum Thema vor. Hier benutzt man Bücher, Texte, Bilder, Poster, Fotos. Die Schüler sollen nach Durchsicht ihre Auswahl treffen und damit in Stillarbeit einen Arbeitsauftrag erledigen. Aus einer Ausstellung von Materialien auf einem Tisch sollen die Schüler nach Durchsicht ihre Auswahl treffen und damit in Stillarbeit einen Arbeitsauftrag erledigen.

Hinweise:

  • Die Methode ist gut geeignet, um das Lesen, Schreiben und Referieren zu üben.

  • Alle Schüler sind gleichzeitig beschäftigt und aktiv. Rezeption und Produktion werden gleichermaßen trainiert.

  • Durchführung:

  1. Die Tischflächen werden leergeräumt und für eine Ausstellung vorbereitet.

  2. Auf den Tischen werden mehr Materialien ausgebreitet als die Gruppe Mitglieder zählt.

  3. Die Schüler sehen sich alle ausgelegten Materialien in Ruhe an.

  4. Dann bekommen die Schüler verschiedene Aufgaben und lösen sie in Stillarbeit.

  5. Man kann auch Gruppenarbeiten und eine Einzelarbeit organisieren.

  6. Bei Materialmangel kann die Bearbeitung auch in Partnerarbeit erfolgen.


Abschliessend soll festgehalten werden:

Die Förderung der Selbständigkeit ist keine vorgefertigte Unterrichtsmethode, die die Lehrpersonen ein für allemal lernen sollten. Die Förderung der Selbständigkeit beginnt viel mehr mit einer Reihe von Entscheidungen, die die Lehrperson in der Unterrichtsplanung und -Vorbereitung trifft -sowohl im Fremdsprachenunterricht wie auch in der Aus-und Fortbildung der Lehrkräfte. Diese Entscheidungen betreffen vor allem die Inhalte und die Vorgehensweisen Leitfragen dazu sind:

- Welche Inhalte, Lernhandlungen, Materialien usw. aus dem gewählten Thema verlangen ein sozial-kommunikatives Lernen?

- Was eignet sich in Bezug auf das gewählte Thema, um das methodisch-strategische Lernen zu fördern?

- Welche Unterrichtsform eignet sich für ein bestimmtes affektives Ziel?

- Was sollen die Lernenden inhaltlich-fachlich lernen?

- In welchen Sequenzen übertrage ich den Lernenden die Verantwortung?

-Was tue ich, damit sich die Lernenden optimal im Lehr/Lerngeschehen orientieren können?

- Wann und wie sind metakognitive Reflexionen vorgesehen?

- Wann und wie baue ich interkulturelle Reflexionen ein


Literaturverzeichnis:

Beck. Erwin Eigenständiges Lernen - eine Hefausforderung für Schule und Lehrerbildung. In BEITRAGE ZUR LEHRERBILDUNG H. 2/1989, S 169-178, Bern.

Dietrich. Ingrid (Hrsg ) Handbuch FreinetPädagogik Eine praxisbezogene Einfuhrung Weinheim und Basel Beltz Verlag 1995.

Nodari, Claudio: Autonomiefordernde Aufgaben im Fremdsprachenunterricht Versuch einer Typologisierung In FREMDSPRACHE DEUTSCH, 10 Aufgaben und Ubungsgeschehen H 1/1994. S 39-43.

Nodari, Claudio: Perspektiven einer neuen Lehrwerkkultur Pädagogische Lehrziele im Fremdsprachenunterricht als Problem der Lehrwerkgestaltung. Aarau: Verlag Sauerlander 1995.

Steiner, Gerhard Lernen 20 Szenarien aus dem Alltag Bern Verlag Hans Huber 1988.

Weinert, Franz E Selbstgesteueies Lernen als Voraussetzung, Methode und Ziel des Unterrichts In UNTERRICHTSWISSEN-SCHAFT Nr 2/1982, S 335-349.

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