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Міністерство освіти І науки України Херсонський державний університет Інститут іноземної філології Кафедра німецької мови




НазваМіністерство освіти І науки України Херсонський державний університет Інститут іноземної філології Кафедра німецької мови
Сторінка1/9
Дата02.11.2012
Розмір0.6 Mb.
ТипДокументи
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Міністерство освіти і науки України

Херсонський державний університет

Інститут іноземної філології

Кафедра німецької мови


С. М. Солдатова

Стилістика сучасної німецької мови.

Навчальний посібник для студентів денної, заочної та екстернатної форми навчання


Затверджено

Вченою радою ХДУ

Протокол № 9 від 31.05.2010


Херсон 2010

Стилістика сучасної німецької мови. Навчальний посібник для студентів денної, заочної та екстернатної форми навчання


^ Укладач: Солдатова С. М. – кандидат філологічних наук, доцент, професор кафедри німецької мови

Рецензенти: Демецька В. В. – доктор філологічних наук, професор

^ Ткаченко Л. Л. – кандидат філологічних наук, доцент


Обговорено на засіданні кафедри німецької мови

Протокол № 9 від 12.05.2010 р.


Розглянуто на засідання науково-методичної ради Інституту

іноземної філології

Протокол № 6 від 17.05.2010 р.


Схвалено науково-методичною радою ХДУ

Протокол № 4 від 12.05.2010 р.


Рекомендовано до друку Вченою радою ХДУ

Протокол № 9 від 31.05.2010 р.

Передмова

Навчальний посібник зі стилістики сучасної німецької мови призначений для студентів денної, заочної та екстернатної форм навчання вищих навчальних закладів для спеціальності «Німецька мова та література».

Посібник охоплює фундаментальні поняття з курсу стилістики, містить основну тематику лекцій зі скороченим викладом змісту та плани практичних занять з рекомендованою літературою до них.

Мета посібника – допомогти студенту розвинути стилістичну компетенцію, а практичні завдання сприятимуть глибшому засвоєнню теоретичного матеріалу.

Посібник укладено згідно з вимогами програми зі стилістики німецької мови та інтерпретації тексту.


^ INHALT


Thema: Die wichtigsten Aspekte der deutschen Stilistik. Der deutsche Wortbestand ………………………………………………………………5

Vorlesung № 1 Thema: Stilistik als Sprachwissenschaft……………………………5

^ Seminar № 1 Thema: Grundbegriffe der Stilistik…………………………………...7

Vorlesung № 2 Thema: Die Stilfärbung und ihre Abarten………………………...13

Seminar № 2 Thema: Die Stilfärbung……………………………………………..15

Vorlesung № 3 – 4 Thema: Der Wortbestand der deutschen Sprache aus stilistischer Sicht………………………………………………………………………………….21

^ Seminar № 3 – 4 Thema: Die stilistische Charakteristik des Wortschatzes……….22


Thema: Die Mittel der Bildhaftigkeit im Deutschen. Die Grammatik in stilistischer Betrachtung. Das Problem des Stils………………………..47

Vorlesung № 5 Thema: Mittel der Bildkraft……………………………………….47

^ Seminar № 5 Thema: Vergleich und seine stilistische Leistung…………………..50

Vorlesung № 6-8 Thema: Tropen und ihre Charakteristik…………………………77

Seminar № 6 Thema: Die Tropen …………………………………………………79

^ Vorlesung № 9-10 Thema: Die Abarten der Metaphern…………………………...89

Vorlesung № 11-12 Thema: Syntax aus stilistischer Sicht………………………...92

Seminar № 7 Thema: Expressive Syntax ……………………………………….....99

Vorlesung № 13 Thema: Satzarten nach der Zieleinstellung des Sprechenden…..108

^ Seminar № 8 Thema: Die Satzarten aus stilistischer Sicht ………………………111

Vorlesung № 14 Thema: Stilistische Syntax als Mittel der Ausdruckskraft……..116

Vorlesung № 15 Thema: Die funktionalen Stile der deutschen Sprache…………130

^ Seminar № 9 Thema: Zum Problem des Funktionalstils im Deutschen………….140

Literatur……………………………………………………………………...........141

Thema: Die wichtigsten Aspekte der deutschen Stilistik. Der deutsche Wortbestand


Лекційні модулі:

  1. Загальні аспекти стилістики.

  2. Стилістична забарвленість та її види.

  3. Стилістична характеристика словникового фонду мови.


Vorlesung № 1


Thema Stilistik als Sprachwissenschaft.


Stilistik (Stillehre) ist die Wissenschaft von der Verwendungsweise und Ausdrucksgestaltung der Sprache in sämtlichen Kommunikationssituationen in unterschiedlichen Kommunikationsakten.

Die Stilistik befasst sich in erster Linie mit den funktionalen Verwendungsweisen der Sprache, d.h. mit der komplexen Ausdrucksgestaltung, die aus der gesellschaftlichen Spezifik der einzelnen größeren und kleineren Kommunikationsbereiche erwächst.

Ausgangspunkt der Funktionalstilistik ist nicht Individualstil, sonder der sog. Funktionalstil und seine Substile, die funktionale Gattungs- oder Genrestile im System wie in den entsprechenden schriftlichen und mündlichen Texten (Textsorten). Stilistik ist die Lehre von den Beziehungen zwischen Mitteilungsabsicht des Senders und deren Wirkung auf den Empfänger.

Die Stilistik (Linguostilistik) obliegt es, die Verwendungsweisen der Sprache in sämtlichen funktionalen Ausdruckssystemen unter dem paradigmatischen Aspekt zu ergründen sowie unter dem syntagmatischen Aspekt in allen möglichen schriftlichen und mündlichen Textsorten.

An die Grundsatzfragen der Stilistik kann man aus mikro- und makrostilistischer Sicht herangehen werden.

Die Mikrostilistik befasst sich vornehmlich mit der stilistischen Charakteristik sprachlicher Grundeinheiten und unterschiedlicher stilistischen Mittel (Stilistka) sowie mit ihren Verwendungsmöglichkeiten im Kleinkontext oder erweiterten Kontext (übersatzmässige Formen, Absätze, Absatzfolge).

Aufgabe der Mikrostilistik ist die stilistische Leistung der sprachlichen Einheiten aller Ebenen zu erkennen und zu systematisieren.

Zur funktionalen Mikrostilistik rechnen wir die stilistische Lexikologie und Phraseologie, stilistische Morphologie und Syntax, stilistische Wortbildung, Phonostilistik.

Die Aufgabe der Makrostilistik ist die Erforschung des Stils als Komplexerscheinung und Organisationsprinzip von Ganzheitsstrukturen.

Ihr Forschungsmaterial bilden grundsätzlich abgeschlossene sprachliche Großeinheiten, wobei aber die Wechselbeziehung zwischen dem Ganzen und Teilen stets beachtet werden muss.

Zu Makrostilistik zählen wir:

1). Die Funktionalstilistik als Beschreibung der einzelnen Stil- und Substilsysteme;

2). Die funktionale Textstilistik , d.h. die Interpretation inhaltlich und formal abgeschlossener Texte aus sämtlichen Sphären der Kommunikation unter dem syntagmatischen Aspekt.

Stil ist ein historisch veränderliches, durch gesellschaftliche Determinanten bedingtes Verwendungssystem der Sprache, objektiv verwirklicht durch eine qualitativ und quantitativ geregelte Gesamtheit sprachlicher Mittel – mit anderen Worten – realisiert aufgrund kodifizierter Normen für die einzelnen Kommunikationsbereiche.

Unter Sprachstil ist die Gesamtheit der lexischen, grammatischen, phonetischen Ausdrucksmittel und Stilistika zu verstehen, die aus dem Arsenal der Sprache für einen bestimmten funktionalen Bereich zu bestimmen Mitteilungszwecken ausgewählt, in ein System geordnet und kodifiziert werden.

Beim funktionalen Redestil geht es um die dynamisch-syntagmatische Ausformung der paradigmatischen Sprachstilgesetzmäßigkeiten in konkreten Texten, und um Organisationsprinzipien monologischer und dialogischer Ganzheits- und Teilstrukturen, künstlerischer und nichtkünstlerischer Kompositionsformen.


Seminar № 1


Thema: Grundbegriffe der Stilistik.


  1. Stilistik als Lehrfach. Aufgabe der Stilistik.

  2. Die wichtigsten Begriffe der Stilistik.

  3. Das Problem der Stilklassifikation.

Literatur:

  1. E. Riesel, E. Schendels Deutsche Stilistik. Moskau, 1980.

  2. W. Fleischer Stilistik der deutschen Gegenwartssprache. München, 1993.



Praktische Aufgaben zum Seminar № 1


1. Sprachliche Kommunikation / Stilistik

In den folgenden Gruppen von Texten werden jeweils gleiche oder ähnliche Sachverhalte sprachlich unterschiedlich dargestellt. Weisen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Aufbau und in der sprachlichen Gestaltung der vergleichbaren Texte nach, und erläutern Sie im Zusammenhang damit sprachliche Erscheinungen, die Gegenstand der Stilistik sind:


(199) a) Hier ist Rauchen verboten.

b) Hier ist glücklicherweise die schreckliche Raucherei verboten.

c) Hier hat wieder einmal jemand etwas dagegen, daß man sich ein Stäbchen ansteckt.

d) Ich mache Sie höflichst darauf aufmerksam, daß hier nicht geraucht werden darf.

e) Lassen Sie gefälligst das Rauchen sein! (S.225)

(Fleischer, Zur funktionalstilistischen Differenzierung der deutschen Schriftsprache. In: Sprachpflege 1969.)

(200) a) Es wird uns nichts geschenkt, alles muß durch Arbeit geschaffen

werden.

b) Der Mensch muß arbeiten, um überhaupt existieren zu können.

c) Jeder Mensch muß fleißige Arbeit in seinem Leben verrichten, um ihm einen Sinn zu geben.

d) Nur durch Fleiß, Arbeit und Ausdauer kann man sein eigenes und das Leben aller Menschen verbessern und verschönen.

(Aus Schüleraufsätzen einer zehnten Klasse.)

(201) a) Ich verstehe unter Freundschaft das nützliche und wertvolle Zusammenwirken zweier Menschen in einer guten und festen Gemeinschaft. Eine echte Freundschaft beruht auf Vertrauen, gegenseitiger Rück­sichtnahme, auf Achtung, Verständnis und Aufrichtigkeit. Beide Partner sollten das gleiche Ziel anstreben und gemeinsame Interessen verfolgen.

b) Eine Freundschaft ist ein Verhältnis zwischen zwei oder mehr Menschen gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts. Im Unter­schied zur Kameradschaft bringt man gegenseitig Achtung und Vertrauen auf. Man muß den Partner verstehen können und ver­suchen, ihm in seinen Angelegenheiten zu helfen.

c) Die Freundschaft zwischen zwei Menschen hat sich oft bewähren müssen. Wenn sie auf gegenseitigem Vertrauen und Verständnis ruht, dann geht eine Freundschaft auch in kritischen Situationen nicht auseinander. Verständnis und Vertrauen zueinander stärken die Freundschaft und entwickeln auch den Charakter.

d) Kameradschaft sollte man jedem in der Klasse entgegenbringen, da­gegen Freundschaft nur einem kleineren Kreis von Mitschülern. Als Voraussetzung für eine Freundschaft sehe ich besondere Sympathie an und ein besonderes Vertrauensverhältnis.

e) Freundschaft ist etwas anderes als Kameradschaft und Hilfsbereit­schaft. Kameradschaft heißt, daß alle sich in der Gruppe befindenden Mitglieder ein bestimmtes Ziel haben und dieses gemeinsam an­streben. Die Freundschaft bedeutet schon eine etwas engere Zu­neigung, als sie bei der Kameradschaft vorhanden ist. In der Schule gibt es gute und auch schwache Schüler; wenn die leistungsschwa­chen Schüler von den besseren unterstützt werden, so nennt man das Hilfsbereitschaft.

(Aus Schüleraufsätzen einer neunten Klasse.)


2. Vergleichen Sie die folgenden zwei Fassungen eines Ausschnitts aus dem Roman „Ole Bienkopp" von Erwin Strittmatter! Versuchen Sie festzustellen, nach welchen Prinzipien der Autor die erste Fassung überarbeitet hat!


(202) Ole war ein Träumer. Keiner von jenen, die an den Ecken des Lebens sitzen und warten. Er wollte seine Träume mit Taten in das Leben zwingen. Das ging unterschiedlich aus. Die Welt, in die er hineingeboren wurde, hatte keinen Sinn für die Träume kleiner Leute.

Als ihn seine Beine schon trugen, knüpfte sich der kastanienköpfige Junge eine Schaukel aus Ziegenstricken. Er hängte sie an einen Kiefernast. Im tollsten Schwьnge breitete er die Arme aus und suchte sich über die Baumkronen zu erheben. Er landete mit blutendem Gesicht im Heidesand. Großes Geschrei um den zerschellten Traum. Die Mutter: „Was ist?" „Ich bin beim Fliegen ausgerutscht." „Dummling, kein Mensch kann fliegen!"

Ole breitete seine Arme aus. „Siehst du denn meine Schwingen nicht?" Die Mutter sah die Schwingen nicht.

Die Schule war Ole ein dumpfer Lernkeller. Er zeichnete sich durch zu dünnes Sitzfleisch aus. Die Schnurrbartenden des Lehrers hingen herunter wie die Flügelfedern einer eingeregneten Henne. „Wo warst du gestern?" „Ich wartete am Waldrand auf euch."

„Soll die Schule zwischen Blaubeeren und Gestängel stattfinden?" „Ich wünschte mir's so."

Der Lehrer gerbte Öles Sitzfleisch. Er tat es nicht mit der sonst üblichen Eichen­lohe, sondern mit Haselrinde, hinter der noch Holz saß. Verzeiht ihm die Un­kenntnis! Es war ein ausgedienter preußischer Feldwebel.

Öles Heimatdorf Blumenau gehörte zwei Herren. In den Wolken über den Wipfeln herrschte der Himmelsherr. In den Wäldern und auf den Feldern herrschte Baron von Wedelstedt. Im Bereiche des Barons gehörten dem Himmelsherrn nur zwei Häuser: Die Kirche und das Pfarrhaus. Er bewohnte sie mäßig. Dem Baron ge­hörten im Bereiche des Himmelsherrn ein ständiges Anrecht auf gute Witterung und einige Waggonladungen Gottesfurcht, die er von dem Pfarrer in die Seelen seiner Sassen streuen ließ. (S. 19f.)

(Erwin Strittmatter, Ole Bienkopp. In: Neue Deutsche Literatur, H. 8/1962.)

(203) Ole war ein Träumer, aber keiner von jenen, die an den Ecken des Lebens sitzen und auf Wunder warten. Er versuchte, seine Träume mit Taten in das Leben zu zwingen. Das ging unterschiedlich aus.

Als ihn seine Beine schon trugen, knüpfte sich der kastanienköpfige Junge eine Schaukel aus Ziegen stricken und hängte sie an einen Kiefernast. Im tollsten Schwünge breitete er die Arme aus und suchte sich über die Baumkronen zu erheben. Er landete mit blutendem Gesicht im Heidesand. Großes Geschrei um den zerschellten Traum. Die Mutter: „Was ist?" „Ich bin beim Fliegen ausgerutscht." „Dummling, kein Mensch kann fliegen!"

Ole breitete seine Arme aus. „Siehst du denn meine Schwingen nicht?" Die Mutter sah die Schwingen nicht.

Die Schule war dem jungen Ole ein dumpfer Lernkeller. „Zu dünnes Sitzfleisch!" sagte der Lehrer, und seine Schnurrbartenden hingen herunter wie die Flügelfe­dern eines eingeregneten Hofhahns. „Wo warst du gestern?" „Ich wartete am Waldrand auf euch."

„Soll die Schule deinetwegen zwischen Blaubeeren und Gestängel stattfinden?" „Ja, Herr Küster."

Der Lehrer gerbte Öles Sitzfleisch. Er tat es nicht mit der beim Gerben üblichen Eichenlohe, sondern mit Haselrinde, hinter der noch Holz saß. Verzeiht ihm die Unkenntnis; er war ein ausgedienter preußischer Feldwebel. Öles Heimatdorf Blumenau war damals der Besitz von zwei Herren. Über den Wipfeln der Wälder herrschte der Himmelsherr. In den Wäldern und auf den Feldern herrschte Baron von Wedelstedt. (S.31f.)

(Erwin Strittmatter, Ole Bienkopp.)


3. Vergleichen Sie die drei Fassungen des „Hansel und Gretel''-Märchens! Welche Schlußfolgerungen über die Entwicklung des Stils der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen lassen sich aus dem Vergleich ziehen ?


(204) Das Brüderchen und das Schwesterchen

Es war einmal ein armer Holzhacker, der wohnte vor einem großen Wald. Es ging ihm gar jämmerlich, daß er kaum seine Frau und seine zwei Kinder ernähren konnte. Einstmals hatte er auch kein Brot mehr und war in großer Angst; da sprach seine Frau abends im Bett zu ihm: „Nimm die beiden Kinder morgen früh und führe sie in den großen Wald, gib ihnen das noch übrige Brot und mach ihnen ein großes Feuer an und darnach geh weg und laß sie allein." Der Mann wollte lang nicht, aber die Frau ließ ihm keine Ruh, bis er endlich einwilligte. Aber die Kinder hatten alles gehört, was die Mutter gesagt hatte. Das Schwe­sterchen fing an gar sehr zu weinen; das Brüderchen sagte ihm, es solle still sein, und tröstete es. Dann stand er leise auf und ging hinaus vor die Türe; da wars Mondenschein, und die weißen Kieselsteine glänzten vor dem Haus. Der Knabe las sie sorgfältig auf und füllte sein Rocktäschlein damit, soviel er nur hinein­bringen konnte. Darauf ging er wieder zu seinem Schwesterchen ins Bett und schlief ein. (Gekürzt)

(Grimms Kinder- und Hausmärchen. Oelenberger Manuskript.)

(205) Hansel und Gretel

Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker, der hatte nichts zu beißen und zu brechen und kaum das tägliche Brot für seine Frau und seine zwei Kinder, Hansel und Gretel. Einmal konnte er auch das nicht mehr schaffen und wußte sich nicht zu helfen in seiner Not. Wie er abends vor Sorge sich im Bett herumwälzte, da sagte seine Frau zu ihm: „Höre Mann, morgen früh nimm die beiden Kinder, gib jedem noch ein Stückchen Brot, dann führ sie hinaus in den Wald, mitten inne, wo er am dicksten ist, da mach ihnen ein Feuer an und dann geh weg und laß sie dort, wir können sie nicht länger ernähren." „Nein, Frau", sagte der Mann, „das kann ich nicht über mein Herz bringen, meine eigenen lieben Kin­der zu den wilden Tieren zu führen; die sie bald in dem Wald zerreißen würden." „Wenn du das nicht tust", sprach die Frau, „so müssen wir alle miteinander Hungers sterben"; da ließ sie ihm keine Ruhe, bis er ja sagte. Die zwei Kinder waren auch noch wach vor Hunger und hatten alles gehört, was die Mutter zum Vater gesagt hatte. Gretel dachte, nun ist es um mich geschehen, und fing erbärmlich an zu weinen. Hansel aber sprach: „Sei still, Gretel, und gräm dich nicht, ich will uns helfen." Damit stand er auf, zog sein Röcklein an, machte die Untertüre auf und schlich hinaus. Da schien der Mond hell, und die weißen Kieselsteine glänzten wie lauter Batzen. Hansel bückte sich und machte sich sein ganz Rocktäschlein voll davon, soviel nur hineinwollten, dann ging er zurück ins Haus: „Tröste dich, Gretel, und schlaf nur ruhig", legte sich wieder ins Bett und schlief ein.

(Grimms Kinder- und Hausmärchen. Erste Druckfassung.)

(206) Hansel und Gretel

Vor einem großen Walde wohnte ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern; das Bübchen hieß Hansel und das Mädchen Gretel. Er hatte wenig zu beißen und zu brechen, und einmal, als große Teuerung ins Land kam, konnte er auch das tägliche Brot nicht mehr schaffen. Wie er sich nun abends im Bette Gedanken machte und sich vor Sorgen herumwälzte, seufzte er und sprach zu seiner Frau: „Was soll aus uns werden? Wie können wir unsere armen Kinder ernähren, da wir für uns selbst nichts mehr haben?" „Weiß du was, Mann", antwortete die Frau, „wir wollen morgen in aller Frühe die Kinder hinaus in den Wald führen, wo er am dicksten ist. Da machen wir ihnen ein Feuer an und geben jedem noch ein Stückchen Brot, dann gehen wir an unsere Arbeit und lassen sie allein. Sie finden den Weg nicht wieder nach Haus, und wir sind sie los." „Nein, Frau", sagte der Mann, „das tue ich nicht; wie sollt ich's übers Herz bringen, meine Kinder im Walde allein zu lassen, die wilden Tiere würden bald kommen und sie zerreißen." „O du Narr", sagte sie, „dann müssen wir alle viere Hungers sterben, du kannst nur die Bretter für die Sörge hobeln", und ließ ihm keine Ruhe, bis er einwilligte. „Aber die armen Kinder dauern mich doch", sagte der Mann. Die zwei Kinder hatten vor Hunger nicht einschlafen können und hatten gehört, was die Stiefmutter zum Vater gesagt hatte. Gretel weinte bittere Tränen und sprach zu Hansel: „Nun ist's um uns geschehen." „Still, Gretel", sprach Hansel, „gräm dich nicht, ich will uns schon helfen." Und als die Alten eingeschlafen waren, stand er auf, zog sein Röcklein an, machte die Untertüre auf und schlich sich hinaus. Da schien der Mond ganz helle, und die weißen Kieselsteine, die vor dem Hause lagen, glänzten wie lauter Batzen. Hansel bückte sich und steckte so viel in sein Rocktäschlein, als nur hinein wollten. Dann ging er wieder zurück, sprach zu Gretel: „Sei getrost, liebes Schwesterchen, und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen", und legte sich wieder in sein Bett. (Gekürzt)

(Grimms Kinder- und Haasmärchen. Ausgabe letzter Hand.)


Vorlesung № 2


Thema: Die Stilfärbung und ihre Abarten.


Stilzüge. Mit diesem Terminus bezeichnen wir innere qualitative Wesensmerkmale eines Funktionalsstils (Substils oder einer beliebigen Textsorte, die zwangsläufig aus der gesellschaftlichen Spezifik eines konkreten Schreib- und Sprechaktes entspringen und ebenso ein bestimmtes Mikrosystem von sprachlichen Mitteln aller Ebenen zu ihrer Aktualisierung nach sich ziehen). Stilzüge bezeichnete W. Winogradow als stilbildende und gleichzeitig stilnormende Ordnungsprinzipien in bestimmten Textsorten bestimmter Kommunikationssphären.

Unter Individualstil verstehen wir die individuelle Verwendung allgemeiner und besonderer Gesetzmäßigkeiten in einem beliebigen Kommunikationsbereich. Je nach der Spezifik des betreffenden Funktionalstils wird dabei der Eigenheit des Sprechers / Schreibers mehr oder weniger Bewegungsfreiheit gelassen.

Die absolute stilistische Bedeutung (Synonym: Stilfärbung, Markierung, Kolorierung) ist eine dem Sprachsystem innewohnende linguistische Erscheinung, die die qualitative und quantitative Verwendung der sprachlichen Einheit im Kontext vorausbedingt. Man unterscheidet drei Komponente der Stilfärbung:

A). die funktionale Komponente der Stilfärbung gibt die kommunikative Sphäre an, in der eine bestimmte sprachliche Gegebenheit „beheimatet“ ist. Die funktionale Stilfärbung bricht in einzelnen Sprachelementen durch: in bestimmten Wörtern, Wendungen, Konstruktionen und Intonationsvarianten.

B). die normative Komponente der Stilfärbung lässt sich als eine Skala von Ausdrucksschattierungen veranschaulichen, deren Nullpunkt die normalsprachliche (einfachliterarische) Basis bildet, die Grundnorm für sämtliche funktionalen Stile der schriftlichen und mündlichen Rede.

C). die expressive Komponente der Stilfärbung kann unter dem paradigmatischen Aspekt nur als Opposition expressiv / nicht expressiv verstanden werden.

Die stilistische Bedeutung einer sprachlichen Einheit in zusammenhängender Rede besteht aus zwei heterogenen Faktoren:

A). aus der Stilfärbung des Wortes, der Wortfügung, des Affixes, der morphologischen Form oder der syntaktischen Konstruktion im Kontext – daher: Kontextstilfärbung;

B). aus stilistischen Konnotationen, die teils unmittelbar aus der Kontextstilfärbung, teils aber aus der gesamten Information erwachsen.

Unter den stilistischen Konnotationen als zweitem Bestandteil der stilistischen Bedeutung in zusammenhängender Rede versteht man die Gesamtheit von Gedanken, Gefühlen, Stimmungen, Vorstellungen, die der Sender durch die sprachstilistische Gestaltung des ganzen Kontextes dem Empfänger verständlich macht oder machen will – dies allerdings nicht explizit sondern implizit.

In der Fachliteratur bezeichnet man stilistische Konnotationen als Nebensinn, Oberton, Unterton, Untertext.

Als Stilnormen im weiteren Sinn gelten die obligatorischen Gesetzmäßigkeiten für die Auswahl und Organisation der stilistisch neutralen wie der stilistisch markierten Sprachnormen in geschlossenen Ausdruckssystemen und Textsorten sämtlicher kommunikativen Bereiche. Es handelt sich einerseits um die Sprachstilnormen als systemhaft (paradigmatisch) kodifizierte Gesamtheit der lexischen, grammatischen und phonetischen Ausdrucksmittel, die für dieses oder jenes funktionale Stilsystem verbindlich sind. Anderseits sind die Redestilnormen gemeint, die die komplexe Verwendung der Sprachstilnormen im Textganzen und deren Teilstrukturen betreffen. Sie erschließen unter dem syntagmatischen Aspekt die gesellschaftlichen Anwendungsnormen, gültig für die schriftliche und mündliche Rede monologischen wie dialogischen Charakters, für unterschiedliche Darstellungsarten (Bericht, Beschreibung, Erörterung, Kommentar u.a.), für unterschiedliche funktionale Genres (Stil der Fabel; der Ballade; Stil der Privat- und Amtsbriefe).


Seminar № 2


Thema: Die Stilfärbung.


  1. Der Individualstil.

  2. Die Arten der Stilfärbung.

  3. Sprach- und Stilnormen.


Literatur:

  1. E. Riesel, E. Schendels Deutsche Stilistik. Moskau, 1980.


Praktische Aufgaben zum Seminar № 2


1. a) Suchen Sie in den Texten expressiv gefärbte Wörter und Wendungen; bestimmen Sie deren literarische Qualität b) Ersetzen Sie die gefundenen Wörter und Wendungen durch neu­trale Äquivalente. Wie ändert sich dann die emotionale Wirkung der Aussage?


1. 66 Angehörige der Volksmarine bergen in der gro­ßen LPG „Freundschaft" die Kartoffeln. „Die Knollen von 33 Hektar kommen bereits auf unser Konto?, erzählt Ober­maat Karl-Heinz Borgwaldt.

„Auch der Regen kann uns nicht aufhalten. In den ver­gangenen Tagen — es goß oft in Strömen – lagen wir wie Füchse auf der Lauer und nutzten jede Stunde zwischen den Schauern zum Sammeln der Kartoffeln."

Was wir nach Feierabend machen? „Da geht's ins Kul­turhaus", sagt Klaus Jende. „Es wird Schach gespielt, ein Brief an Muttern geschrieben und auch eine kühle Blonde gezischt." („Neues Deutschland")

2. Der Unteroffizier Verdy fuhr fort:

Das Gebäude der Abteilung hatte, als Gegenüber die katho­lische Kirche, und sie machte uns wild durch ihr Gebimmel. Warum bimmelte sie? Weil so viele Zivilisten die Gelegen­heit benutzten zu sterben, Todes zu verbleichen, das Zeit­liche zu segnen, die himmlischen Heerscharen, zu vermehren und das irdische. Jammertal mit den ewigen Jagdgründen zu vertauschen.

...Diese Bevölkerung aß, als gäbe es keine Verordnung von Ober-Ost, das grüne Obst von den Bäumen... Unreife Äpfel, die sausen vielleicht durch die Därme... Natürlich kriegte sie Ruhr und füllte die Sterberegister. (A. Zweig)

3. „Weißt du was, Junge, morgen machst du einfach blau. Ist schließlich dein Geburtstag.« (W. Bredel)

4. Wir haben Blut geschmeckt —

Und vor euch ausgespuckt.

Denn eure Fratze;

Ist nicht Amerikas Gesicht!

Amerika hat prima Jungs.

Gewiß!

Die stehen mit uns

Ganz dicht! (M. Streubel)

5. „Los, gib her den Wisch", sagte ich. — „Welchen Wisch?" — „Na den, wo ich unterschreiben soll, wegen Verpflichtung und so." (K. H.Jakobs)


2. Vergleichen Sie die folgenden; Beispiele. Wie ändert sich die Stilfärbung der fettgedruckten Wörter und Wendungen in verschiedenen Kontexten?

1. a) Die Katze hielt eine Maus in den Krallen.

b) Amerikanische Imperialisten hielten vor der Re­volution auf Kuba alle Reichtümer des Landes in den Krallen.

2. a) Infolge des Brandes entstand ein großer Dachschaden.

b) Ein Gastwirt in der britischen Ortschaft Shepperton ließ sich für den Fall versichern, daß der. sowjetische Erdsatellit beim Absturz sein Gast-haus beschädigen sollte. Er sollte sich die Versiche­rungssumme schon jetzt auszahlen lassen: Wegen Dachschaden.

3. a) Nachdem man gegessen oder vielmehr gespeist

hatte, ging man in einen erfreulich kleinen, zur Abwechslung in Silber-Orange gehaltenen Salon... (H. A. Stoll) . .

b) Riesige Pumpaggregate speisen einen Frischluft­kanal, der unterhalb der Fahrbahn entlangläuft...

c) 50 Mann müssen noch gespeist werden.

4. д) Gib mir die Blumenschale!

b) Er goß über ihn die volle Schale seines Zornes aus.

5. д) Diese Apfelsine schält sich gut.

b) Ich habe mich aus den' Kleidern geschält.

6. a) Ich habe mir eine Blase am Fuß gelaufen.

b) Das zieht bestimmt Blasen!

c) Es regnet Blasen auf den Pfützen.

d) Ihr seid mir ja eine schöne Blase!

7. a) Der Hund schnüffelte an der Ecke. b) Schnüffle nicht so!

8. a) Der Wind saust im Schornstein.

b) Die Schüssel sauste zu Boden.

c) Den Kinobesuch werde ich wohl sausen müssen.

9. a) Der Bär hauste in einer Höhle. b) Hier haust ihr also?

10. a) Die Steinzeitmenschen wohnten in Höhlen. b) Du begibst dich in die Höhle des Löwen.

11. a) Die Wurzeln saugen die Feuchtigkeit aus dem

Boden. b) Ich habe mir diese Behauptung nicht aus dem Finger gesogen.


3. Bestimmen Sie die Stilfärbung der fettgedruckten Wörter. Welche Stilfärbung können diese Wörter in einem anderen Kontext annehmen?


1. Die Säure hat ein Loch in den Stoff gefressen. 2. Das Pferd hat einen Eimervoll Wasser gesoffen. 3. Sie nahm ihre Handtasche, schüttete den Inhalt auf die Bettdecke, und wir angelten den Rest des Geldes ... zwischen Zahnbürste, Seifendose, Lippenstift und Medaillen heraus. (H. Böll). 4. Im Pferdestall lag eine dicke Matte aus Sägespänen. Es duftete wie im Zirkus. Die Ziege Minna meckerte dem neuen Stallgefährten ihr Willkommen zu. Pedro stand steif vor der Tür. (E. St ritt matter) 5. Pedro beschnupperte die Erde und schnarchte. (E. Strittmatter)


4. Suchen Sie Wörter und Wendungen, die zu Stilschichten mit dem Vermerk: „umgangssprachlich" „salopp-umgangssprachlich", „ derb" gehören.

b) Stellen Sie zu diesen lexischen Einheiten eine Opposition nach der literarischen Qualität zusammen.


1. Troff richtete sich auf, nahm noch einmal einen Anlauf: „Ob ich persönlich den Prozeß verliere oder gewinne — das ist mir total schnuppe! Aber total! Wenn nur dabei die un­sagbaren Schweinereien dieses Junkerpacks vor ganz Berlin, vor dem ganzen Lande enthüllt werden!" (F. Erpenbeck) 2. Ein alter, vergilbter Herr, der neben ihm [Troff] saß, klei­ner Beamter wohl, sah ihn mißbilligend an: anstatt mit ihm, dem Tischnachbar, wie es hier üblich war, ein wenig zu kannegießern, führte der junge Dachs unverständliche Selbst­gespräche. (F. Erpenbeck) 3. ...Pinneberg hat kein Glück: der Student mit den Schmissen verlangt kurz und knapp einen blauen Trenchcoat. Es schießt durch Pinnebergs Hirn: „Keiner am Lager. Der läßt sich nichts aufschwatzen. Keß­ler wird grinsen, wenn ich 'ne Pleite schiebe..." (H. Fallada) 4. Sie waren an diesem ersten Lehrtag — insgesamt vier­zehn Sülle — unter Führung eines Werkmeisters von Halle zu Halle gezogen und hatten sich mit der Werkanlage ver­traut gemacht. (W. Bredel) 5. Die kleine Elfriede kam hinterhergetrippelt, rappelte ihren Glückwunschgruß herunter und überreichte dem Bruder eine Tafel Schokolade. „Oh, wie fein! Wo hast du die noch aufgetrieben? Die wollen wir man gleich vermöbeln!" (W. Bredel) 6. ...Der Empfang der Mutter an der Tür: „Mein Gott, wo stromerst du denn den lieben langen Sonntag herum?" „Fang du auch noch an, bin gerade in der richtigen Stimmung." „Hu — uch, der Herr hat schon Stimmungen! So was! Ist dir 'ne Laus über die Leber gelaufen?" (W. Bredel) 7. Herrgott, waren die Alten sonderbar, was waren sie für Narren, sich das Le­ben selber so zu vermiesen und zu erschweren. (W. Bredel) 8. „Red nicht solchen Unsinn. Ludwig ist mein Bruder." „Onkel Ludwig, ja… Aber die Dicke doch nicht, die dich früher so gepiesackt hat.“ (W. Bredel)


5. Stellen Sie zu den folgenden lexischen Einheiten stilistische Oppositionen nach der literarischen Qualität zusammen.


aufnehmen (photographieren); betrügen; stehlen; das Ge­sicht; ausgezeichnet; durchhelfen; das Glück; der Hunger; die Kleidung; die Lüge; der Atlantische Ozean; verraten; zurechtweisen; sterben; der Kopf; klug; dumm; weinen; der Adler; der Frühling

^ 6. Ersetzen Sie die folgenden analytischen Verbindungen durch ein Verb. Vergleichen Sie die Stilfärbung der beiden Varianten.


zur Verlesung bringen; die Auszahlung vornehmen; etw. zur Anzeige bringen; eine Behauptung aufstellen; eine Begrün­dung abgeben; eine Bestätigung abgeben; Feststellungen treffen; zur Vollendung bringen; zur Klarheit bringen; unter Beweis stellen; in Angriff nehmen; in Augenschein nehmen; in Anwendung .bringen; in Erwägung ziehen; in Zweifel stellen; zum Versand bringen; Vorkehrungen treffen; etw. in Verwahrung halten; eine Vereinbarung treffen


Vorlesung № 3 – 4


Thema: Der Wortbestand der deutschen Sprache aus stilistischer Sicht


Stilistisch undifferenzierter Wortbestand – d.h. Wörter und Wendungen, die in sämtlichen kommunikativen Bereichen und Situationen von allen deutschsprachigen Gleicherweise verstanden und gebraucht werden.

Grundkriterium – Allgemeinverständlichkeit und Allgemeingebräuchlichkeit, vollständige Neutralität, d.h. stilistisches Modell: n – n – n (in jeder beliebigen funktionalen Sphäre verwendbar, normalsprachlich, Nullexpressivität).

Es handelt sich um den Grundstock des Wortschatzes, der die Basis jeglicher Rede bildet, unabhängig von den gesellschaftlichen Determinanten, die die Aussageweise einzelner Sprecher / Schreiber beeinflussen.

Der stilistisch undifferenzierte Wortbestand ist durch eine gewisse Buntheit gekennzeichnet: unterschiedliche strukturelle und semantische Typen, unterschiedliche Wortarten, lexikologische und phraseologische Gruppen – sie alle gehören dem Allgemeinwortschatz an unter der Voraussetzung, dass sie dem genannten Grundkriterium entsprechen.

Stilistisch differenzierter Wortbestand.

Grundkriterium: die sprachlichen Einheiten dieser Gruppe sind aus inner- und außerlinguistischen Gründen nicht allen deutschsprachigen gleicherweise verständlich, werden nicht von allen gleicherweise gebraucht. Sie haben kein einheitliches stilistisches Modell.

Hier lassen sich zwei Untergruppen voneinander absondern:

1). die stilistisch vollständig oder partiell kolorierte Lexik, d.h. Wörter und Wendungen, deren absolute Stielfärbung im Sprachsystem schon den Gebrauchswert in der Rede vorausbestimmt und dadurch gewisse Schranken der Verbreitung errichtet;

2). die charakterologische Lexik, d.h. Wörter und Wendungen unterschiedlicher Stilfärbung, die nicht allen Sprachbenutzern gleicherweise bekannt sind, da sie zeitliche, territoriale, berufliche, soziale und nationale Gegebenheiten charakterisieren.

Die stilistische Leistung dieser Ausdrücke besteht in der Wiedergabe unterschiedlicher Kolorite.

Unter Kolorit verstehen wir die für konkrete Ereignisse, Sachverhalte und Situationen charakteristische Atmosphäre, die dank der sprachlichen Eigenart ihrer Wiedergabe fühlbar wird.


Seminar № 3 - 4


Thema: Die stilistische Charakteristik des Wortschatzes.


  1. Stilistisch undifferenzierter Wortbestand und seine Charakteristika.

  2. Charakterologische Lexik:

    1. Historismen und Archaismen.

    2. Neologismen.

    3. Termini, Berufslexik, Berufjargonismen.


Praktische Übungen:

  1. M. Brandes, L. Martina Praktikum für die Stilistik. Seite 19, Übungen 21 – 28; 30 – 31.


Praktische Aufgaben zum Seminar № 3-4

Stilistisch markierte Lexik


1. Die deutsche Sprache ist besonders reich heute an Anglo-amerikanismen. Man spricht heute über Denglisch. Beachten Sie bitte, die angeführten Beispiele. Übersetzen Sie sie in die Muttersprache.


1. Auf unserem Non-Stop-Flug (ohne Zwischenlandung) erinnern wir uns daran, wie wir uns auf diese Reise vorbereiten.

2. Vor der Abreise mussten sich die Schüler einiges von der Outdoor-Kleidung (Freizeitkleidung) kaufen. Sie gingen in den Internet-Shop (Kaufhaus). Die meisten kauften sich Blüleans (blaue Hosen) oder Shorts (kurze Hosen), T-Shirts (pulloverartige Hemden) oder Sweatshirts (Sportpullover), Windbreakes (Windjacken) und Basecaps (Sportkappen). Die Mädchen tragen gern Strech-Hosen (dehnbare Hasen).

In der Abteilung Sportwear (Sportkleidung) kaufte sich jemand Kartingboots (Feste Schuhe).

Um diese coolen (tollen) Klamotten einzupacken, brauchten alle Bags (Sporttaschen).

Jetzt waren wir alle absolut in (modisch gekleidet).

3. Auch in Tübingen kauften wir oft im Shopping-Markt (Kaufhaus). Sofort nach dem Unterricht konnten wir mal in die ^ City (Altstadt) jumpen (gehen). Bei Sale (Ausverkauf) kauften die Mädchen make-up (dekorative Kosmetik).

4. An einem Nachmittag fuhren wir mit Inter-Rail (Zug) nach Stuttgart. Am Service Point (Informationsstand) fragten wir, wo der Ticket-Schalter (Fahrkarten-Schalter) ist. Wir mussten Bahn Cards (Fahrkarten) kaufen.

5. Mein Gastgeber wollte auch mitfahren, musste aber zuerst mit seiner Mutter telefonieren und fragte nach dem Handy (Mobiltelefon) bei seinem Freund. Ich wollte auch mal nach Moskau telefonieren, aber ich konnte auch von zu Hause mailen (eine elektronische Post schicken) oder faxen (fernkopieren). Ich fragte auch, was so ein City-bzw. German-Call (Deutschland-Anruf) kostet.

6. Im zug plauderten wir über Musik. Ich mag am liebsten Blues und Jazz. Mein Freund – Punk und Techno. Und mein Gastgeber – Hard Rock (alles – musikalische Richtungen). Er organisiert in der Schule alle
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