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Кафедра ділової іноземної мови




НазваКафедра ділової іноземної мови
Сторінка5/17
Дата17.04.2013
Розмір0.76 Mb.
ТипДокументи
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Herbert Friedrich


Herbert Friedrich ist ein deutscher Schriftsteller. Er wurde am 7. August 1926 in Zschachwitz geboren. Herbert Friedrich ist als Kinder- und Jugendbuchautor, auch als Hörspielautor und Erzähler in der DDR bekannt geworden. Als Sohn eines Asbestwebers besuchte Herbert Friedrich nach der Volksschule in Dresden von 1941 bis 1944 die Lehrerbildungsanstalt in Frankenberg. Ab 1944 Wehrmachtssoldat, war er von 1945 bis 1949 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft. 1950 war er zunächst Hilfsarbeiter, dann Lehrer in Lohmen/Pirna und in Dresden. 1957 legte er das Staatsexamen ab und studierte von 1958 bis 1961 am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig. Seit 1961 arbeitet Friedrich als freischaffender Schriftsteller in Dresden. Er erhielt 1966 den Martin-Andersen-Nexö-Kunstpreis der Stadt Dresden.

Aus seinem Schaffen: Katharinchen (1961); Wassermärchen (1962); Der Flüchtling (1958); Die Fahrt nach Dobrina (1961); Assad und die brennenden Steine (1961); Die Geschichte von Pauls tapferer Kutsche (1962); Die Reise nach dem Rosenstern (1963); Hugos Wostok (1964); Der große und der kleine Olaf (1965); Radsaison (1966); Rentiere in Not (1966); 7 Jahre eines Rennfahrers (1971) Dorado oder unbekanntes Südland (1974); Tandem mit Kettmann (1976); Im Eis (1976); In des Teufels Küche und andere Erzählungen (1978); Der Vogel Eeme (1982); Krawitter, Krawatter, das Stinchen, das Minchen und nun noch Berlin (1983)




^

Krawitter, Krawatter, das Stinchen, das Minchen



Das ist die Geschichte von dem Hahn Krawitter und den Mäusen Stinchen und Minchen. Sie lebten einst in dem Lande Muck gleich hinter dem großen Wald.

Jeden Morgen krähte der Hahn die Sonne herbei, und da wurde es Tag.Und die Blumen öffneten sich. Und die Vögel begannen zu singen. Jeden Mittag kochte er einen großen Topf Essen, briet und buk er für sich und die Mäuse, immer etwas anderes. Und es hat jedesmal herrlich geschmeckt. Jeden Abend setzte er sich auf einen Stein und sagte das Wetter voraus,woher der Wind kommt und wann es regnet.

Eines Tages gab es Kirschen zum Frühstück. Da huschten die Mäuse herbei.

,,Kirschen! rief das Minchen.

„Kirschen“ lobte das Stinchen. Ihre Augen glänzten, und sie aßen die Schüssel leer und schnippten die Kerne auf den Boden. Saftig waren die Kirschen und süß. Und die Mäuse rieben sich die Bäuche.

,,Wir hätten gern mehr”.

„Krawitter, Krawatter”, sagte der Hahn. „Mehr Kirschen sind nicht im Haus.”

,,Dann holen wir sie!“ piepste das Stinchen.

,,Dann pflücken wir sie!“ piepste das Minchen. Und sie purzelten von den Stühlen und bestürmten den Hahn.

Aber er sagte: „Es ist viel zu weit."

Es ist viel zu weit bis zum großen Kirschenbaum. Denn er steht hinter dem Wald, hinter dem Berg, jenseits des Flusses. Aber er steht prächtig mit tausend schwarzroten süßen Kirschen. Und wer sie ißt, hat den ganzen Winter Kraft.

„Wir durchdringen den Wald”, sagte Minchen, die Maus.

„Wir erklettern den steilsten Berg”, sagte Stinchen, die Maus.

,,Wir durchschwimmen den Fluß”, sagten sie beide.

„Krawitter, Krawatter”, krähte der Hahn. „Da können wir ja gehen. Wir pflücken die Kirschen und haben für den Winter einen Vorrat.“

Im Nu standen die Mäuse an der Tür und wollten schnurstracks hinaus in den Wald. Aber da rief der Hahn: „Halt! Erst holt ihr den Wagen aus dem Schuppen."

„Den Wagen? Was wollen wir denn mit dem Wagen?”

,,Wir legen das Brot auf ihn. Da brauchen wir's nicht zu tragen.”

„Was wollen wir denn mit dem Brot?”

„Essen. Der Weg ist lang. Durch den Wald kommt ihr. Den Berg ersteigt ihr. Aber hinter dem Fluß bekommt ihr Hunger. Und wollt ihr keine Kirschen vom Baum mit zurückbringen? Auch dazu brauchen wir den Wagen.”

Die Mäuse verzogen die Mäulchen und murrten ein Weilchen. Dann zerrten sie den Wagen aus dem Schuppen. Der Hahn dagegen nahm ein Brot, das war gesprenkelt von feinen Rosinen. Mit einem Messer maß er drei Teile ab,die er durch Kerben unterschied: ein Teil für Stinchen, ein Teil für Minchen und einer schließlich für den Hahn Krawitter, der auch Hunger bekommen würde auf dieser langen Wanderung. Endlich wickelte er das Brot in ein blaues Tuch, knüpfte die vier Enden zusammen und trug es zum Wagen. Die Mäuse riefen: ,,Nun aber los!"

„Halt! Wir müssen den Wagen ziehen."

„Wir?" fragte Stinchen. ,,Wir wollten nichts mitnehmen.”

Der Hahn sagte streng: ,,Wer nicht zieht, bekommt keine Kirschen." Keine Kirschen für das Minchen, für das Stinchen? Sie spannten sich vor den Wagen. Holterdiepolter ging es in den Wald. Zwischen Farn und Kraut saßen die Hasen. Zwischen Dickicht und Tann kamen die Rehe an. Und alle staunten, wie schnell der Wagen durch den Wald rollte. Am Wegweiser erst hielten sie. Hier sagte der Hahn: „Jetzt laßt mich ziehen.

Jetzt geht es den Berg hinauf. Ich bin stärker als ihr."

„Gut, lieber Krawitter.“ Minchen und Stinchen streckten sich in den Schatten. Sie atmeten tief und schnupperten an dem Wagen.

„Na, wollt ihr umkehren?" fragte Krawitter.

„Nein, nein! Wir möchten gern essen."

„Hoho!“ rief da der Hahn Krawitter. „Wer wollte denn das Brot zu Hause lassen?" Wenn man es einmal mit hat, dann kann man es auch essen. So sagten die Mäuse. Für das Stinchen, für das Minchen nur ein Krumchen, ein Rosinchen. Krawitter, Krawatter, das war dem Hahn nicht recht. Wenn gegessen wird, dann hinter dem Fluß. Weg und Tag waren noch lang, und am Kirschenbaum wartete die Arbeit.

„Aber”, sagten die Mäuse, ,,wenn wir jetzt das Brot aufessen, das hilft doch auch dir, lieber Krawitter. Dann hast du nur noch den leeren Karren zu ziehen.“

Doch der Hahn lief schon weiter, mit dem Wagen, mit dem Brot. Die Sonne brannte herab, da sie nun den Wald verließen und der Berg vor ihnen lag. Die Mäuse rannten, damit ihnen der Hahn nicht aus den Augen geriet.

Flink war der Hahn Krawitter und stark. Schnell stieg er den Berg hinan, dem Zickzack der Strafie nach. War er an der einen Kurve, rannten die Mäuse erst drei Kurven weiter unten. Und der Duft des Brotes stieg ihnen in die Nase und lockte sie. Und sie sputeten sich, was sie konnten. Da erreichten sie den Hahn kurz vorm Gipfel.

„Wir helfen dir schieben, lieber Hahn Krawitter!"

Und sie lagen schon halb auf dem Wagen und stemmten sich dagegen, so daß er vorwärts rollte und dem Hahn mehr Luft ließ. Da krähte er fröhlich. Und als sie so schoben, lag das Brot vor ihrer Nase. Und es duftete so wunderbar...

Da zupften sie an dem Tuch, in dem das Brot eingewickelt war. Sie zogen und zerrten daran, und es löste sich ein Zipfel, dort oben auf dem Gipfel des Berges. Minchen begann hurtig zu knabbern. ,,Mir auch ein Rosinchen!“ schrie das Stinchen.

Da drehte sich der Hahn Krawitter um und sah die Bescherung. Er sprang auf den Wagen, hieb mit dem Schnabel nach den Mäusen und rettete das Tuch mit dem Brot. Ehe er aber das Tuch richtig knüpfen konnte, setzte sich der Wagen in Bewegung und rollte den Hang hinab, über Stock und Stein, geradewegs zum Fluß.

Minchen und Stinchen lagen im Wagen, gerüttelt, geschüttelt. An Busch und Baum vorbei ging die rasende Fahrt, an Fels und Fuchs, hopplahopp! Wenn der Wagen zerbricht, wenn er umstürzt! Die Mäuse klammerten sich an die Bretter. ,,Hilf, lieber Hahn! Wir knabbern nie mehr am Brot.”

Längst saß der Hahn auf der Deichsel und lenkte. So rollte der Wagen auf eine grofie Wiese, dort blühten zweitausend Gänseblümchen. Stinchen sah das Minchen an. Minchen sah den Wagen an, der sich nicht mehr bewegte.

Dann sah es den Fluß. ,,Hurra! Wir sind schon am Fluß!“ Und irgendwo da drüben stand doch der Kirschenbaum!

Sie purzelten vom Wagen, schrien, tanzten vor Freude, sprangen an dem Hahn vorbei zum Wasser. Sie streckten einen Fuß in den Fluß, tauchten ein Bein hinein. „Der Fluß ist zu tief!“ Minchen hielt Stinchen, doch wie sie sich reckte, wie sie sich streckte, sie konnte den Grund des Flusses nicht einmal mit ihrem Schwänzchen erreichen.

Krawitter indes hatte das Tuch mit dem Brot auf einen Stein gelegt. Er hatte den Wagen an den Fluß gefahren und ins Wasser geschoben. Da war dieser klimperkleine Wagen das schönste Boot, das man sich denken kann.

Kaum entdeckten es die Mäuse, so schrien sie: „Krawitter, der Hahn, schenkt uns einen Kahn!“ Sie liefen herbei und sprangen mit einem solchen Satz in das Boot, daß es heftig zu schaukeln begann. Da stieg auch der Hahn ein.

Minchen rief: ,,Jetzt können wir ablegen!“ Und Stinchen löste den Strick von der Weide, der das Boot festhielt.

„Das Brot muß auch noch mit”, erinnerte der Hahn.

Wie hatten sie das Brot vergessen können! Den Duft! Die Rosinen!

“Heb es herüber, lieber Hahn Krawitter!“

Der Hahn, der doch schon im Boot stand, packte das Tuch mit dem Brot und hob es vom Stein. Und als er es hob — Hilfe! — sank das Boot immer tiefer ins Wasser ein.

Es fehlte weniger als ein Mäuseohr, da wäre der Fluß ringsum hereingeschwappt.

Blaß waren die Mäuse. Vorsichtig setzte der Hahn Krawitter das Brotbündel wieder an Land. Sogleich stieg das Boot aus dem Wasser empor. „Es hilft alles nichts", sagte der Hahn, ,,wir können das Boot nicht überladen. Zwei Mäuse, ein Hahn und ein Brot, das ist zuviel. Einer muß zurückbleiben.”

Wer konnte denn zurückbleiben? So kurz vorm süßen Kirschenbaum? Eine Maus gar, ein Minchen, ein Stinchen?

„Versuch es noch einmal, Hahn Krawitter. Wir machen uns auch ganz leicht.”

Wieder hob der Hahn das Brotbündel vom Stein. Platsch, kam das Wasser an, schwappte ins Boot. Rasch setzte der Hahn die Last auf dem Lande ab. „Was machen wir nun?" fragten die Mause.

„Wir fahren mehrmals", sagte da der Hahn Krawitter. Sogleich erbot sich das Stinchen, mit dem Brot zurückzubleiben und es zu bewachen. „Ich versteck es so, daß kein Räuber es findet.”

„Krawitter, Krawatter, du versteckst es im Magen!”

„Also laß mich hier", sagte das Minchen. ,,Ich beiß nach jedem, der an das Brot will.“

„Krawitter, Krawatter, du beißt nach jeder Rosine!"

Nein, nein. Der Hahn stellte sich auf die Spitze des Kahnes und dachte so angestrengt nach, als habe er das Wetter vorherzusagen.

Schließlich riet er: ,,Wir fahren so: der Hahn, das Brot, eine Maus. Und der Hahn steigt drüben mit dem Brot aus.“

„Und die Maus ...?”

„Holt dann die andere Maus.”

O Himmel! Das Minchen schüttelte sich. „Etwa ich? Wie soll ich denn so ein Riesenboot allein lenken?”

„Ich konnte es auch nicht”, sagte das Stinchen.

„Krawitter, Krawatter!“ rief da der Hahn. ,,Dann schlagt etwas anderes vor.“

„Gern!“ Die Mäuse sprangen mit einem Satz ans Ufer, packten das Brot, zerrten daran und rissen es auseinander, ehe der Hahn Krawitter eingreifen konnte. Er hieb dazwischen, aber ihm blieb nur das blaue Tuch. Die Mäuse saßen stumm da und sahen ihn treuherzig an. Jede hatte die Hälfte des Brotes vor sich. Und sie schauten, als konnten sie kein Wässerchen trüben. Der Hahn wetterte und krähte. Aber die Mäuse sagten: „Warum schimpfst du, lieber Hahn Krawitter? Wir haben doch nur alles genau geteilt. Nun kannst du uns hinüberfahren. Jedesmal eine Maus und ein halbes Brot, jedesmal aufs Lot genau die gleiche Last.”

Ohne eine Antwort abzuwarten, packte das Minchen seine Hälfte und sprang wieder ins Boot. Es kippte, es schaukelte. ,,Halte es, Hahn!“ Es glitt unter der Weide weg. Es trieb ab, hinaus in den Fluß. Wer rettet das Mäuschen? Wer rettet das Boot? Der Hahn Krawitter kam nicht dazu, dem Stinchen auf dem großen grauen Stein die andere Brothälfte wegzunehmen. Er flog los, flog über das Wasser, erreichte endlich das Boot. Der Maus darin wurde es wohler.

Schon waren sie am anderen Ufer. Eine Maus, ein halbes Brot stiegen aus.

Zurück stakte der Hahn.

„Stinchen, ißt du auch nicht?”

„Nein, nein, nein, nein!”

,,Minchen, ißt du auch nicht?”

„Nie, nie, nie, nie!”

„Stinchen ...!”

,,Mck, mck, mck, mck.”

„Minchen ...!”

„Hmpf, hmpf, hmpf, hmpf.”

Zurück war der Hahn, da saß das Stinchen auf dem großen grauen Stein neben dem blauen Tuch, das leer war, und würgte am letzten Bissen.

„Krawitter, Krawatter!" krähte der Hahn, traurig, daß das Brot gegessen war und sein Teil mit. Und die Maus kroch ins Boot und konnte sich kaum rühren.

Krawatter stieß das Boot zurück in das tiefe Wasser. Hinüber zum Minchen!

Aber sosehr er auch schaute: Nicht ein Mäuseohr von Minchen gewahrte er.

„Minchen, warum versteckst du dich?”

„Ich bin schon da, hmpf, hmpf, lieber Hahn ...“ Und das Minchen kam hinter einer Distel hervor, ächzend, mit einem kugelrunden Bäuchlein und einem Brotkrümel an der Schnauze.

Da wusste der Hahn, daß auch die andere Brothälfte verloren war und sein Teil mit. Und er krähte laut, daß es über den Fluß schallte und die Leute in den Dörfern ihre Uhren stellten, weil sie glaubten, es sei der Mittagsschrei.

„Krawitter, Krawatter!“ Er stieg aus dem Boot aus und flog davon, ohne nach den Mäusen zu schauen.

,,Warte doch, lieber Hahn!“ Nein, er wartete nicht. Viel zu schnell war er für jemand, der so viel gegessen hatte. Und der Hahn hielt erst an, als er beim Kirschenbaum angekommen war. Hier begann er zu ernten. Hier begann er zu pflücken. Hier begann er endlich auch zu essen, wunderschöne schwarzrote Kirschen. Und er hatte großen Hunger nach dieser Wanderung. Und die Mäuse lagen da am Stamme des Kirschbaums und sahen ihn essen. Und sie waren doch wegen der Kirschen hierher gezogen! Und jetzt konnten sie keine Kirsche anrühren. Viel zuviel Rosinenbrot hatten sie in sich hineingestopft. Sie blinzelten nur manchmal zu den süßen Früchten und schlossen schnell wieder die Augen. Oh!

Und der Hahn Krawitter schnippte ihnen je einen Kirschkern auf die Schnäuzchen und dachte darüber nach, wie sie am besten die Winterkirschen über den Fluß bringen, über den Berg, durch den Wald, hin zu ihrem Häuslein.


Wortschatz zum Text


herbeikrähen-

saftig-

erklettern-

Rosinen (Pl.)-

zusammenknüpfen-

Dickicht (n)-

zupfen-

Brotbündel (n)-

Weide (f)-

Distel (f)-

pflücken-

hineinstopfen-

Scnäuzchen (n)-


Fragen zum Text


1. Aus welchem Grund wollten der Hahn und die Mäuschen solch eine lange Reise antreten?


2. Stellen Sie die körperlichen und geistgen Fähigkeiten des Hahnes in Relation zu denen der Mäuse.


3. Wie könnte die Geschichte weitergehen, erzählen Sie weiter.


Aufgaben zum Text

1. Bereiten Sie den Lebenslauf von Herbert Friedrich in Tabellenform vor.

2. Unterteilen Sie die Erzählung in einige Abschnitte und finden Sie für jeden Abschnitt eine Überschrift!

3. Schreiben Sie Kurzinhalt der Erzählung!

4. Charakterisieren Sie die Haupthelden des Kapitels, Ort und Zeit der Handlung.

5. Schreiben Sie Ihre Stellungnahme zum Werk.

6. Übersetzen Sie einen Abschnitt des Textes ins Ukrainisch.


Fragen für Selbstarbeit

- Welche geselschaftliche Erscheinungen und Probleme untersucht Herbert Friedrich in seinem Werk? Was ist seine Hauptidee?

- Welche Rolle spielen die stylistischen Merkmale und welche sind die führenden?

- Was könnte Herbert Friedrich in seiner Novelle zeigen wollen?

- Was denken Sie selbst zu den Besonderheiten des Werkes?


^ Anne Geelhaar

Anne Geelhaar war eine deutsche Kinderbuchautorin. Sie verfasste auch Drehbücher für Folgen des Sandmännchens und für den DEFA-Kinderfilm Das singende, klingende Bäumchen. Sie war Trägerin des Theodor-Körner-Preises und des Alex-Wedding-Preises. Anne Geelhaar wurde am 5. April 1914 in Teichrode, Kreis Bomst (Polen) geboren.

Die Autorin lernt zuerst in der Setzerei einer Magdeburger Tageszeitung, wird dann Volontärin. Im zweiten Weltkrieg, noch ehe ihr Sohn geboren wird, fällt ihr Mann an der Front. Ihre Erfahrungen aus der Kriegszeit, auf dem Treck und in der Zeit der Evakuierung bestimmen ihren späteren Weg und ihre humanistischen Ideale. Sie beginnt früh, für Kinder zu schreiben, wird Redakteurin bei der "ABC-Zeitung" (herausgegeben von der Pionierorganisation), veröffentlicht Bilderbücher, Verse, Liedtexte. Darunter findet sich sozialistischer Kitsch ("Schon lange freu ich mich darauf, bald bin ich Pionier"), daneben gelingen ihr prägnante, klar erzählte Bilderbuchtexte voller Ideen und Poesie. An "Hans Fröhlich und das Vogelhaus" wird sich mancher erinnern, es ist die originelle Geschichte von der Freundschaft zwischen einem Vogel und einer verlassenen Vogelscheuche. Anne Geelhaar erzählt Fabeln und Märchen aus Afrika, Japan und Osteuropa nach. Sie verfaßt neue Märchen und wagt sich an das anspruchsvolle Vorhaben, ein Mozart-Buch für Sechs-jährige zu schreiben. Damit will sie Kindern Wege zur Kunst ebnen. Der Band "Regenbogenwiese" über die Faszination von Farbe und Form und ihr Buch über Goethe ("In die Welt hinaus") setzen diese Arbeit fort.

Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete sie zunächst als Redakteurin der ABC-Zeitung, später als freiberufliche Autorin. Sie verfasste über 35 Kinderbücher, die vor allem in der DDR in über vier Millionen Exemplaren erschienen sind.

Als sie siebzig wurde, am 5. April 1984, waren schon 35 Bücher von Anne Geelhaar erschienen. Mehr als vier Millionen Exemplare lagen vor, wurden schon von der dritten Generation gelesen. Der Märchenfilm "Das singende klingende Bäumchen" aus den 50er Jahren gehörte zu den DEFA-Produktionen, die in der DDR jeder kannte; das Szenarium stammte von Anne Geelhaar, das Buch zum Film schrieb sie 40 Jahre später.Bücher, Bilderbücher und Erzählungen von Anne Geelhaar (Herausgaben): Die stolze Gigaka, 1956; Vom Springinkel und den goldenen Kühen, 1957; Andreas mit der Schulmappe, 1959; Sechs in einem Ring, 1960; Gänschen Dolli, 1961; Der Schneemann sucht eine Frau, 1961; Hans Fröhlich und das Vogelhaus, 1961; Knirps und Stefan, 1962; Hinterm Busch zwei lange Ohren, 1962; Im Blaubeerwald, 1965; Filip und die Schäfermaxi, 1966; Das Sternenschiff, 1967; Es geschah in Marianow, 1970; Der Brief aus Odessa, 1970; Komm lieber Mai und mache, 1971; Die Regenbogenwiese, 1972; Häschen Schnurks, 1973; Der kleine Kommandeur, 1974; Der Prinz von Hovinka, 1974; Da sangen die Gänse, 1975In die Welt hinaus. Episoden und Bilder aus dem Leben des jungen Goethe, 1977; Forelle Goldbauch, 1979; Köpfchen, mein Köpfchen, 1979Das Mädchen unterm Rosenbaum, 1980; Die Puppe im Moos, 1982; Das Murmeltier und der Bär, 1988; Das grüne Pferd, 1989; Das singende klingende Bäumchen, 1993; Oma auf dem Regenbogen, 1994.

Die Schriftstellerin verschied am 12. April 1998 in Berlin.


Da sangen die Gänse


Hans trieb die Gänse heim. Auf dem Weg zwischen See und Waldrand blieb er stehen. „Wartet hier, Gänse. Ich schneide nur ein paar Stöcke", sprach er und lief zum Wasser.

„Schon wieder. Ist er nun Stöckeschneider oder Hirt?“ zischelten die Gänse ärgerlich.

Das hörte der Fuchs. Eins, zwei, drei, vier, fünf Braten auf einmal, dachte er und befahl: ,,Stillgestanden und nicht aus der Reihe getanzt — damit ich euch schön nacheinander verspeisen kann.“

Die armen Gänse sahen, was ihnen die Stunde geschlagen hatte. „Herr Fuchs, wir wissen, du frißt uns. Doch bedenke: Jedem Verurteilten ist ein letzter Wunsch erlaubt”, sprach eine für alle bescheiden.

„Hm. Und was wünscht ihr euch?"

„Wir möchten gern jede noch eine Geschichte singen.”

„Singen. Soso. Dann beeilt euch. Denn wenn ich euch so anseh, läuft mir das Wasser im Mund zusammen.“

Geschwind hob das erste Gänslein den Schnabel und sang:

„Vom Mäuschen, der Katze und dem Hahn”.

Ein Mäuschen ging spazieren. Als es zu seiner Mutter zurückkehrte, erzählte es: „Ich bin zwei Tieren begegnet. Das eine war böse, das andere lieb und gut.”

Die Mäusemutter fragte: „Wie sahen die Tiere denn aus?“ Das Mäuschen antwortete: „Das böse hatte einen feuerroten Schopf. Seine Nase war ein Haken. Und seine Augen schauten nicht vorwärts, sondern nach links und nach rechts. Als ich an ihm vorüberlief, hob es ein Bein, riß den Rachen auf und begann so laut zu schreien, daß ich vor Angst nicht wußte, wohin ich flüchten sollte.“

“Es war der Hahn. Vor ihm brauchst du dich nicht zu fürchten. Er tut keinem Mäuschen Böses”, sagte die alte Maus. „Nun, und das zweite Tier?“ „Das lag in der Sonne und wärmte sich. Es hatte einen schneeweißen Hals und seidenweiche Füße. Es leckte sich die grausamtene Brust, bewegte leise den Schwanz und sah mich freundlich an.”

“Dummchen. Das war doch die Katze”, sagte die Mäusemutter erschrocken.“

„Nicht übel. Weiter”, meinte der Fuchs. Und die zweite Gans sang:

,,Gekocht oder gebraten”.

Zwei Brüder sahen eine Wildgans fliegen. „Wir werden sie kochen“, sagte der ältere, während er einen Pfeil auf die Sehne seines Bogens legte. „Nein. Besser, wir braten sie”, widersprach der jüngere.

“Kochen.“ — „Braten.“ — „Kochen.“ — „Braten“, stritten sie, und weil sie nicht einig wurden, gingen sie zur Mutter, um sie um Rat zu fragen.

„Meinetwegen kocht eine Hälfte und bratet die andere“, schlug sie vor.

„Ja!“ riefen die Brüder und rannten, die Wildgans zu schießen. Doch wo war sie geblieben?”

„Haha!“ lachte der Fuchs und forderte die dritte Gans auf, zu beginnen. Die sang:

,,Von der geschwätzigen Schildkröte“.

Bei einem Brunnen wohnten zwei Vögel und eine Schildkröte. Im Sommer versiegte der Brunnen, und die Vögel beschlossen, sich an einen Ort zu begeben, dem es an Wasser nicht mangelte. Sie gingen zur Schildkröte, um sich von ihr zu verabschieden.

„Und mich Arme, die ohne Wasser nicht leben kann, wollt ihr hier lassen?“ sagte die Schildkröte traurig. „Du kannst nicht fliegen“, meinten die Vögel und überlegten, wie sie ihr helfen könnten. Endlich nickten sie. “Schildkröte, wir nehmen dich mit. Du mußt uns nur versprechen, kein Wort zu reden, während wir dich durch die Luft führen.“

“Nichts fällt mir leichter als das“, versicherte die Schildkröte. Die Vögel gaben ihr ein Stöckchen in den Mund. Das faße der erste bei dem einen, der zweite bei dem anderen Ende an. Und so stieg die Schildkröte mit ihnen auf. Sie waren aber noch nicht weit geflogen, da gewahrten zwei Schildkrötenschwestern ihren Auszug.

“Nicht möglich! Eine fliegende Schildkröte!“ schrien sie verwundert. „Jawohl. Ich fliege”, rief unsere Schildkröte stolz, verlor das Stöckchen und — fiel auf die Erde hinab.“

„Was es für Dummköpfe gibt! Doch weiter. Mein Magen knurrt schon”, sagte der Fuchs. Und die vierte Gans sang:

„Vom Zicklein mit der Glocke”.

Auf einer Weide graste eine Ziege mit ihrem Zicklein. Sie zeigte dem Kleinen das zarte Gras, und als sie keins mehr fanden, hängte sie ihm eine kupferne Glocke um den Hals. “Ich geh und suche einen neuen Weideplatz. Warte hier auf mich. Wenn dir einer etwas tun will, läute! Dann komme ich und helfe dir”, sprach sie zu ihm.

„Ja”, sagte das Zicklein, und die Ziege lief. Sie hatte aber kaum ein paar Sprünge getan, als sie die Schelle klingen hörte. Wie sie erschrak, kehrtmachte und rannte!

„Was ist, wer bedroht dich, mein Kind?“ fragte sie ganz außer Atem. “Eine Fliege hat sich auf mein Bein gesetzt. Ich bitte dich, jage sie weg”, antwortete das Zicklein.

“Und ich fürchtete schon, die Wölfe kämen. Daß du mir nicht noch einmal läutest, wenn du nicht in Gefahr bist“, schalt die Ziege und machte sich wieder auf den Weg. Sie war jedoch kaum in der ersten Schlucht verschwunden, als sie die Schelle aufs neue vernahm. Wieder erschrak sie und rannte zurück.

“Was ist, wer bedroht dich, mein Kind?“ Das Zicklein blinzelte. „Mir ist ein Staubkorn ins Auge geflogen. Ich bitte dich, hole es heraus.”

“Und ich fürchtete, die Wölfe kamen. Daß du mir nicht noch einmal läutest, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist“, schalt die Ziege, wischte das Auge des Zickleins aus und machte sich wieder auf den Weg. Sie hatte den nächsten Hügel noch nicht erreicht, als sie die Schelle wieder vernahm. Kehre ich um oder nicht? fragte sich die Ziege und lief zu dem Zicklein.

“Was ist, wer bedroht dich, mein Kind?“

“Das trockene Gras hat sich an meinen Pelz gehängt. Ich bitte dich, schüttele es ab”, sagte das Zicklein.

Schüttele es selber ab und laß dir nicht einfallen, mich wegen solcher Dummheit noch einmal in Angst und Schrecken zu versetzen!“ Die Ziege rannte davon. Wanderte über Berg und Tal. Wurde müde und legte sich nieder, um auszuruhn. Sie wollte gerade die Augen schließen, als sie das Zicklein zum viertenmal läuten hörte.

“Schon wieder der Unfug”, sagte sie schläfrig.

Als sie erwachte, entdeckte sie grünendes Gras, und sie brach auf, um das Zicklein zu holen. Aber sie fand es nicht mehr. “Ach, du mein armes dummes Zicklein“, weinte die Ziege und hob mit den Hörnern das Glöckchen auf, das in dem braunen Steppengras lag.“

„Um euch wird auch bald einer weinen”, bullerte ungeduldig der Fuchs. Und schnell sang die fünfte Gans: ,,Von der hundertsten Kunst”.

Ein Kranich stelzte über die Wiese und suchte Würmer für seine Jungen. Der Fuchs sah ihn kommen, schlich um den Busch und packte den Kranich. “Ach, lieber Fuchs, laß mir mein Leben”, bat der Kranich. „Ich will dich eine gute Kunst lehren.“

„Eine?“ antwortete der Fuchs geringschätzig. „Ich verstehe mich auf neunundneunzig Künste. Was frage ich nach einer.“

“Du bist ein großer Meister, Fuchs. Aber kannst du auch fliegen?“ Der Fuchs fühlte sich geschmeichelt. Keine schlechte Sache, das Fliegen, dachte er, und wenn ich damit auch die Vögel beherrsche. Der Fuchs erlaubte dem Kranich, ihn die hundertste Kunst zu lehren. „Setz dich auf meinen Rücken“, sprach der Kranich, breitete seine Flügel aus und erhob sich mit dem Fuchs in die Lüfte. Sie segelten über die Wiese dahin.

„Ein Vergnügen, so zu fliegen, Wald und Wiese unten liegen ...“, sang der Fuchs und vergaß, daß er noch auf des Kranichs Rücken saß. ,So, Meister, nun versuch es selbst einmal“, sagte der Kranich und ließ den Fuchs von seinem Rücken gleiten.

Der Fuchs überschlug sich, dass Schwanz und Schnauze abwechselnd nach oben kamen.

“Schräg, schräg”, schrie der Kranich ihm zu. Aber der Fuchs purzelte pfeilgerade nach unten, bis er in einen Heuhaufen fiel, den die Bauern auf der Wiese zusammengerecht hatten.

“Na, Meister, kannst du nun fliegen?“ fragte der Kranich.

„Fliegen schon“, meinte der Fuchs großspurig, „nur das Landen will nicht recht glücken.“

„Dann versuch es noch einmal“, sprach der Kranich, nahm den Fuchs wieder auf seinen Rücken und erhob sich mit ihm in die Lüfte.

„Ein Vergnügen, so zu fliegen, Wald und Wiese unten liegen ...“, fing der Fuchs abermals an zu prahlen, als ob er nicht auf des Kranichs Rücken säße.

Der Kranich flog höher und höher. Bald befanden sie sich mitten über dem See. Der Fuchs sah den blanken Spiegel des Wassers nur noch wie ein glänzendes Tellerchen unter sich liegen. Er wollte gerade wieder singen: „Ein Vergnügen, so zu fliegen ...“, da warf der Kranich den stolzen Reiter ab und flog zu seinen Kindern zurück.

Der Fuchs aber fiel, kopfüber, kopfunter, und plumpste endlich in den See. Lange mußte er schwimmen und im Wasser umherirren, bis er das Ufer und seinen Wald wiederfand, wo er sich schleunigst verkroch.“

„Das könnte euch so passen, ihr dreimal dämlichen Gänse", schimpfte wütend der Fuchs und setzte zum Sprung an.

„He, dir will ich Beine machen!“ Wie der Wind kam Hans gerannt und schlug mit wer weiß wieviel Stöcken nach dem Räuber, daß der ohne Mahlzeit Reißaus nahm.

„Das war der Fuchs. Vor dem seht euch vor. Der ist ganz verrückt auf euch”, erklärte Hans seinen Gänsen. Die aber zischelten: „Ach, du, was weißt denn du ...?“ und liefen beleidigt dem Hirten voraus.

Wortschatz zum Text:


Fragen zum Text


1. Mit welcher List begegnen die Gänse dem Fuchs?


2. Welche Gemeinsamkeit haben alle Geschichten?


3. In jeder Geschichte steckt eine Lehre,welche?


Aufgaben zum Text

1. Bereiten Sie den Lebenslauf von Anne Geelhaar in Tabellenform vor.

2. Unterteilen Sie die Erzählung in einige Abschnitte und finden Sie für jeden Abschnitt eine Überschrift!

3. Schreiben Sie Kurzinhalt der Erzählung!

4. Charakterisieren Sie die Haupthelden, Ort und Zeit der Handlung.

5. Nennen Sie die stilistischen Besonderheiten des Werkes.

6. Übersetzen Sie einen Abschnitt des Textes ins Ukrainisch.


Diskutieren Sie das Thema

Tiere wie Menschen“

PRO und CONTRA

Worthilfen: 
PRO: ich bin für ... , ich halte es für besser, wenn ..., ich unterstütze die Ansicht ..., die Meinung ..., ich sehe folgende Vorteile ...

CONTRA: ich bin (absolut) nicht der Meinung, dass ..., ich möchte widersprechen ..., dieses Argument überzeugt mich nicht ..., ich stimme nicht überein mit ..., ich sehe folgende Nachteile ..., negative Auswirkungen sind ...


Fragen für Selbstarbeit

- Welche Themen, Ideen, Probleme betrachtet Anne Geelhaar.

- Welche "allegorischen" Elemente gibt es in der Erzählung? Was ist ihre Funktion?

- Was könnte die Autorin mit ihrem Werk zeigen wollen?

- Was denken Sie selbst zur Fragen, die im Werk erstellen sind?
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Кафедра ділової іноземної мови iconМіністерство освіти І науки України Закарпатський державний університет Факультет міжнародного бізнесу та міжнародного права Кафедра ділової іноземної мови та перекладу Карта самостійної роботи студента/ки з навчальної дисципліни англійська мова

Кафедра ділової іноземної мови iconМіністерство освіти І науки України Закарпатський державний університет Факультет міжнародного бізнесу та міжнародного права Кафедра ділової іноземної мови та перекладу Карта самостійної роботи студента/ки з навчальної дисципліни англійська мова

Кафедра ділової іноземної мови iconПрограма з української мови для вступників до аспірантури на 2009 рік передмова за навчальними планами різних факультетів студенти 1–4 курсів слухають курс «Ділової української мови»
«Ділової української мови», «Української мови фахового спрямування», «Риторики». Окрім цього, вступаючи до університету, абітурієнти...
Кафедра ділової іноземної мови iconКафедра культури української мови девіз кафедри “ Об’єднаймося навколо національного коду ”
З вересня 1996 року викладацький колектив кафедри (яка була перейменована у 1997 році на кафедру культури української мови) забезпечує...
Кафедра ділової іноземної мови iconПрограма вступного фахового випробування з іноземної мови (другої)
Програму до вступного екзамену з іноземної мови укладено з урахуванням вимог до обсягу знань, умінь і навичок, передбачених програмою...
Кафедра ділової іноземної мови iconСумський державний університет факультет іноземної філології та соціальних комунікацій 19-20 квітня 2012 року в Сумду відбудеться Всеукраїнська наукова конференція студентів, аспірантів та викладачів
Сучасні проблеми викладання української мови як іноземної (російської мови як іноземної)
Кафедра ділової іноземної мови icon8. 020303 02 Філологія. Мова та література: (англійська та українська мови) Київ 2014 пояснювальна записка
Програму до вступного екзамену з іноземної мови укладено з урахуванням вимог до обсягу знань, умінь і навичок, передбачених програмою...
Кафедра ділової іноземної мови iconОголошення! Доводимо до відома студентів 1-5 курсів факультету міжнародного бізнесу та міжнародного права, що більш детальну інформацію щодо електронних матеріалів
Доводимо до відома студентів 1-5 курсів факультету міжнародного бізнесу та міжнародного права, що більш детальну інформацію щодо...
Кафедра ділової іноземної мови iconЗразок
Прошу Вас дозволити скласти кандидатський іспит із іноземної мови (у дужках вказати відповідну назву іноземної мови – англійська,...
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