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Кафедра ділової іноземної мови




НазваКафедра ділової іноземної мови
Сторінка7/17
Дата17.04.2013
Розмір0.76 Mb.
ТипДокументи
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Herausgaben seiner Werke: Der schwarze Peter, Berlin 1958; Die Ehrgeizigen, Berlin 1959; Das Liebste und das Sterben, Berlin 1963; Unbequeme Liebe, Berlin 1965; Der Fremde aus der Albertstraße, Berlin 1966; Autopanne, Berlin 1967; Eine Sommergeschichte, Berlin 1969; Der verschwundene Schiffskompaß, Berlin 1969; Den Wolken ein Stück näher, Berlin 1971; Vater ist mein bester Freund, Berlin 1972; Heimkehr in ein fremdes Land, Berlin 1974; Der blaue Helm, Berlin 1976; Eine Anzeige in der Zeitung, Berlin 1978; Das Mädchen und der Junge, Berlin 1981; Die Chance des Mannes, Berlin 1982; Der unbekannte Großvater, Berlin 1984; Drei Wohnungen, Berlin 1988; Omas neuer Opa, Würzburg 1991; Die verfluchte Judenstraße, Berlin 1992; Tom und Franziska, Berlin 1993; Der verrückte Onkel Willi, Schwedt/Oder 1994; Ein Anruf mit Folgen, Berlin 1995; Die Nacht davor, Berlin 1995; Keine Ferien für Jonas, Leipzig 1996 (zusammen mit Günter Wongel); Keine Anzeige in der Zeitung, Berlin 1999; Timmy und Peggy und die Fahrradbande, Kückenshagen 1999; Das fremde Mädchen, Kückenshagen 2003.



^ Vater ist mein bester Freund


Der Freitag ist für Andreas ein schöner Tag. Am Vormittag besucht er den Kindergarten. Er zählt schon bis zehn, ganz genau: 1 — 2 — 3 — 4 — 5 — 6 — 7 — 8 — 9 — 10. Am Nachmittag geht er in die Schwimmhalle, die zur neuen Schule gehört. In diese Schule wird Andreas bald jeden Tag gehen. Doch erst muß der Frühling kommen und der Sommer vorbei sein. Unser Freitag aber liegt im zeitigen Frühjahr. Schneereste verstecken sich noch in manchem Winkel. Die Sonne hat es noch nicht geschafft, in alle Ecken hineinzuleuchten und die grauen Schneefetzen zu schmelzen. Und nach dem Freitag kommt der Sonnabend. Morgen wird Papa frei haben, richtig frei, den ganzen Tag. Das ist schon sehr lange nicht mehr vorgekommen.

Meistens ist es so: Da passiert was auf Papas Baustelle. Der Kran läuft nicht, dieser Riese, der ganz leicht schwere Betonteile durch die Luft schweben läßt. Der Kran hat seine Mucken. Und Papa muß auch am Sonnabend hin und die Sache in Ordnung bringen. Papa baut mit seinen Leuten ein sehr hohes Haus. Es ist so hoch, daß Andreas den Kopf weit ins Genick legen muß, um die oberen Fenster zu erkennen und dort seinen Vater, der aus der Höhe herunterwinkt. Aber morgen hat Papa frei. Kein Ingenieur wird kommen und von ihm wissen wollen, wie das Bauen schneller geht. Papa hat gesagt: ,,Morgen fahren wird endlich zum Tierpark, Andreas." An unserem Freitagnachmittag treffen sich Andreas und sein Vater vor dem Haus, in dem sie wohnen.

,,Na, wie war heute das Schwimmen, Andreas?" fragt Vater.

,,Hab Kopfsprung gemacht", sagt Andreas.

,,Gut gegangen?"

,,Bin auf den Bauch geklatscht."

„Hat's weh getan?"

,,Ach wo", sagt Andreas.

Es hat aber weh getan, doch ein richtiger Schwimmer kann das nicht zugeben. Auf der Treppe fragt Andreas: ,,Papa, fahren wir morgen zum Tierpark?"

„Ja, Andreas. Morgen fahren wir", sagt der Vater.

„Gucken wir zu, wie die Löwen gefüttert werden?"

,,Natürlich sehen wir uns an, wie die Löwen gefüttert werden und die Tiger und die Leoparden und die Panther und die Bären. Vorher brüllen die vielleicht. Ist das ein Konzert, ich sage dir, Andreas. Wir hören uns das an, und wir schauen zu. Wir haben ja Zeit."

,,Werfen wir auch Geld in den Springbrunnen?"

„Können wir auch machen."

„Warum werfen die Leute immer Geld in den Springbrunnen?"

„Das macht den Leuten Spaß. Der Direktor fischt das Geld heraus und kauft davon neue Tiere."

,,Neue Löwen? Oder Elefanten? Schlangen vielleicht?"

,,Kann schon sein, Andreas. Können ja mal fragen im Tierpark!"

„Den Direktor fragen wir, ja?"

„Wenn er da ist morgen, fragen wir den Herrn Direktor", sagt der Vater. Nun springt Andreas vor seinem Vater die Treppe hoch, klingelt stürmisch. Mutter öffnet die Tür.

„Morgen gehen wir in den Tierpark", ruft Andreas, „die Löwen, die Tiger, alle Tiere werden gefüttert. Wir werfen Geld in den Springbrunnen. Juchhe!"

,,Du hast es vielleicht gut", sagt Mutter, „ich muß in mein Gemüsegeschäft."

Andreas schreckt hoch. Hat er geträumt? Ein riesiger Löwe frißt ein riesiges Stück Fleisch. Dann schrillt plötzlich eine Klingel ... Aber die Klingel hat wirklich geschrillt, sehr lange und laut. Das ist die Wohnungsklingel. Andreas setzt sich im Bett auf. Er weiß gleich: Heute ist Sonnabend. Aber vor dem Fenster ist es dunkel, die Sterne blinken. Wer läutet da bloß in der Nacht? Andreas reckt sich, gähnt, tappt dann in den Flur. Im Wohnzimmer sieht er Licht. In der Küche summt der Wasserkessel. Andreas steht an der Wohnzimmertür. Mit einem Schlag ist er ganz wach. Vater zieht sich an. Gerade steigt er in die graue Uniformhose, die mit den vielen Taschen, die zu seinem Kampfanzug gehört. Vater ist in der Kampfgruppe. Mutter reicht Vater einen dicken Pullover.

„Zieh ihn doch an. Auf dem Lastwagen pfeift der Wind durch die Plane. Ihr kriecht doch auf dem Erdboden herum. Der Frost steckt noch drin." Vater streift den Pullover über, dabei sieht er seinen Jungen an der Tür und sagt: „Ach, Andreas..."

„Was machst du denn?" fragt Andreas. Er hat so eine schlimme Ahnung. „Alarm ist", sagt Vater, ,,die Kampfgruppe hat Alarm. Ich muß fort," ,,Wir wollen doch heute in den Tierpark gehen", sagt Andreas, „ich will sehen, wie die Löwen gefüttert werden."

Mutter ist in die Küche gegangen, Tee aufbrühen. Vater zieht sich die Jacke vom Kampfanzug an.

,,Wenn Alarm ist, Andreas, muß ich fort."

„Warum ist Alarm, Papa?"

„Ich weiß das noch nicht. Aber bald werde ich es wissen. Vielleicht ist es eine Übung. Wir nehmen unsere Gewehre und Maschinenpistolen, klettern auf Lastwagen und fahren aus der Stadt hinaus. Im Wald üben wir dann Anschleichen, Deckungslöcher graben, schießen."

„Sag doch, du willst an einem anderen Tag üben."

„Das kann ich nicht, Andreas. Vielleicht ist es gar keine Übung. Vielleicht sind Feinde in unserem Land oder in unserer Stadt und wollen uns Böses tun."

„Was wollen sie denn Böses tun?" fragt Andreas aufgeregt. „Eine Eisenbahnbrücke sprengen. Über die fahren viele Züge. Oder unser Haus zerstören, das wir gerade bauen. Ein sehr schones Haus, ist das. Unseren großen Kran kaputtmachen. Ohne den Kran können wir nicht arbeiten. Das haben unsere Feinde schon im Sinn, Andreas." Vater legt den Ledergürtel um, zieht die Jacke glatt. Andreas sieht ein Abzeichen auf dem Armel. Eine Fahne und ein Gewehr. „Hast du ein richtiges Gewehr, Papa?" „Ich hab eine Maschinenpistole." „Kannst du gut schießen?" „Ja."

Mutter bringt Tee und einen Teller mit Broten. „Andreas, du mußt noch schlafen", sagt die Mutter. „Ich kann nicht mehr schlafen", sagt Andreas.

Vater trinkt in kleinen Schlucken den heißen Tee, schaut dabei auf seine Uhr.

„Kann ich mitkommen zu deiner Kampfgruppe?" fragt Andreas. Vater blickt auf. „Das geht nicht. Du bist noch zu klein." „Ich kann schon schwimmen. Wenn der Sommer vorbei ist, geh ich zur Schule."

„Stimmt alles, Andreas. Stimmt alles. Aber zur Kampfgruppe kann ich dich nicht mitnehmen. Auch nicht jeder, der schon groß ist, kann in der Kampfgruppe mitmachen. Er mußt gesund sein. Der Dienst strengt sehr an. Ich bin schon lange in der Kampfgruppe. Ich habe sehr viel üben müssen, bis ich alles konnte. Bei so einem Alarm muß alles klappen, da darf nichts schiefgehen. Der Feind darf nichts merken."

„Du, ich versteck mich gut. Ich kann das. Mich sehen die Bösen nicht. Ich nehm auch mein Gewehr mit. Da brauch ich von euch keins", sagt Andreas eifrig.

Vater streicht Andreas über den Kopf. ,,Es geht wirklich nicht." Andreas sagt traurig: „Mitkommen darf ich nicht. In den Tierpark gehen wir auch nicht."

Vater sagt: „Du mußt das einsehen, Andreas. Ich möchte auch lieber mit dir spazierengehen. Aber wenn Kampfgruppenalarm ist, darf ich das nicht tun. Doch in den Tierpark gehen wir, mein Ehrenwort. Und wenn ich heute oder morgen nach Hause komme von der Kampfgruppe, erzähle ich dir alles, was ich erlebt habe. Dann bist du auch dabeigewesen. Ich laß nichts aus. Einverstanden? Und wir spielen auch mal Kampfgruppe. In der Wohnstube auf dem Teppich. Ist das was, Andreas?" Andreas nickt. Aber fröhlich ist ihm gar nicht zumute. Vater küßt die Mutter und küßt Andreas. Er setzt sich die Mütze auf, zieht noch einmal den Ledergürtel fest. „Tschüs", sagt Vater, „sei nicht traurig, Andreas."

Mutter sagt: ,,Du kommst wieder mit mir in den Laden, Andreas. Kannst Kisten stapeln. Machst du doch gern."

Hinter der Verkaufsstelle stapeln sich viele Kisten. Bunte Schilder sind aufgeklebt. Die Kisten kommen aus der ganzen weiten Welt. Mutter verkauft in einem Obst- und Gemüsegeschäft Äpfel, Rotkohl, Apfelsinen, Büchsen, Saftflaschen, Gläser mit Weißkohl, Gurken und manches andere. Andreas trägt am langen Vormittag leere Kisten in den Keller. Dabei denkt er an seinen Vater, der mit seiner Kampfgruppe unterwegs ist und die Feinde jagt. Andreas möchte gern dabeisein. Warum darf er das nicht? Manchmal denkt er auch an den Tierpark. So ist das schönste Kistenstapeln nicht schön, auch wenn es zur Belohnung eine große Flasche Apfelmost gibt. Am Mittag verschwindet die Sonne hinter dicken Wolken. Wind braust durch die Straßen. Papierfetzen wirbeln. Schräg peitschen Regenschauer auf die Stadt. Am Mittag schließt Mutter das Geschäft. Sie sagt zu Andreas: „Bloß gut, daß du die Kisten in den Keller gebracht hast. Der Sturm hätte sie auseinandergerissen." Da ist Andreas ein bißchen stolz.

Auf dem Weg nach Hause stemmen sie sich gegen die wütenden Sturmböen. „Was wird Papa machen bei dem Wind", sagt Andreas. ,,Ich möchte jetzt nicht draußen im Wald sein. Bloß gut, daß er den Pullover übergezogen hat", sagt Mutter.

Am Nachmittag kramt Andreas aus seiner großen Spielzeugkiste die Soldaten, Trapper und Indianer hervor. Er spielt Kampfgruppe. Einer der Soldaten ist der Vater. Andreas baut seinen Kran auf, den er zu Weihnachten bekommen hat. Die Feinde schleichen sich heran. Aber die Kampfgruppe paßt auf. An den Kran kommt kein Feind heran. Andreas spielt eine Weile. Aber er müßte noch mehr wissen, was die Kampfgruppe alles macht. „Wann kommt Papa?" fragt er seine Mutter. „Ich weiß nicht, Andreas."

Vater kommt am Abend. Andreas will gerade ins Bett gehen. Papas Uniform ist naß und schmutzig. Er hebt Andreas hoch. „Bin ich müde", sagt er.

Andreas fragt: „Habt ihr die Bösen fortgejagt?" Vater zieht die nasse Uniform aus. Mutter sagt zu Andreas: „Papa ist sehr müde. Du mußt ihn schon in Ruhe lassen. Und dir fallen ja auch bald die Augen zu."

„Ich bin aber nicht müde", sagt Andreas. „Papa hat versprochen, er erzählt mir alles."

„Ja", sagt der Vater, ,,das hab ich versprochen. Leg dich ins Bett, ich mach mich nur frisch, dann komme ich und erzähle dir alles."

Im Bett ist es mollig und warm. Andreas fallen fast die Augen zu. Aber er hält sich wach, reißt die Augen auf. Vater kommt leise, setzt sich ans Bett.

„Ich bin aber gespannt", sagt Andreas.

Und Vater erzählt: „Ich kam pünktlich zu unserem Treffpunkt. Unser Kommandeur ließ uns antreten. Er war sehr zufrieden, von uns fehlte keiner.

Der Kommandeur sagte: ,Stillgestanden!' Dann las er den Befehl vor: ,Vor der Stadt sind feindliche Fallschirmspringer abgesprungen. Sie wollen sich an das große Werk heranschleichen, in dem die Betonteile für unsere neuen Häuser hergestellt werden. Sie sollen die Mischtrommeln zerstören, die Zementlagerhallen. Wenn den feindlichen Fallschirmspringern das gelingt, können wir Bauarbeiter nicht mehr weiterbauen, die Hochhäuser werden nicht fertig, die Fabriken können keine neuen Werkhallen bekommen. Die Kampfgruppenkompanie fährt den Feinden entgegen. In einem dichten Wald vor der Stadt wird sie Gräben ziehen und Schützenlöcher ausheben. Die feindlichen Fallschirmspringer dürfen nicht an das Betonwerk herankommen. Sie müssen gefangengenommen werden.

„Wir dürfen keine Zeit verlieren, Genossen“, sagte unser Kommandeur.

Schnell holten wir unsere Stahlhelme, Karabiner und Maschinenpistolen. Waren sie gut eingefettet und geölt? Schon rollten die Lastkraftwagen heran.Wir kletterten hinauf. Der Kommandeur schaute auf die Uhr und rief ungeduldig: “Beeilt euch, Genossen! Wir haben keine Zeit mehr.“ Die Lastautos fuhren schnell durch die leeren Straßen. Langsam wurde es hell, die Sonne kam hoch. Die war ganz rot. Und wir waren müde. Wir schliefen wohl alle ein. Ich wachte auf, als ich hin und her geschüttelt wurde. Wir fuhren nicht mehr auf der glatten Straße, die Lastkraftwagen holperten über Wald und Feldwege. Im Wald lag noch viel Schnee, unsere schweren Autos fuhren sich fest. Wir mußten absteigen und schieben. Hau ruck! Hau ruck!

Dann rollten wir auf eine große Waldwiese. Unser Kommandeur war schon dort, war mit seinem schnellen Geländeauto vorgefahren. Er stand mitten auf der Wiese und besah sich eine Landkarte. Er zeigte in den Wald hinein.

Wir schlichen leise durch dichtes Gebüsch, Zweige knackten. .“Vorsicht, leiser”, sagte der Kommandeur.

Neben einem hohen Kiefernbaum mußte ich mein Schützenloch graben. Ich hatte aber nur meinen kleinen Feldspaten. Die Erde war noch ganz schön gefroren, war hart wie Stein. Ich habe beim Buddeln vielleicht geschwitzt. Die ausgebuddelte Erde habe ich schön verteilt und Kiefernzweige darüber gelegt. Die Feinde durften nicht merken, wo mein Schutzenloch war. Dann hockte ich mich ins Loch, schob meine Maschinenpistole zwischen die Zweige und wartete.

Die ganze Kompanie lauerte im Wald. Aber wärst du durchgegangen, du hättest nichts von uns gesehen, so gut hatten wir uns versteckt. Wir mußten auf den Feind warten. Warten ist schlimm, wenn du nicht weißt, wie lange das dauern wird. Ganz still mußt du sein, darfst nicht herumzappeln. Und über dir rauscht der Wind in den Bäumen, Regen fällt, alles ist kalt und naß."

Vater schweigt. Andreas liegt im warmen Bett. Kein Regen peitscht, kein Sturm heult.

Da sagt Vater: „Ich bin jetzt sehr müde, Andreas. Ich erzähle morgen weiter.

Der Wind hat nachgelassen. Wenn das Wetter so bleibt, gehen wir in den Tierpark. Und auf dem Weg dorthin erzähle ich dir die Geschichte zu Ende. Einverstanden?"

Andreas nickt. Auch ihm fallen jetzt fast die Augen zu. Und Papa ist auch so müde. Morgen wird dann ein sehr schöner Tag sein.Vater küßt Andreas auf die Stirn. „Schlaf gut!"

Der Sturm hat sich aber in der Nacht nur ausgeruht. Am Sonntagmorgen wütet er los mit neuer Kraft. Die Fensterscheiben klirren. Vater läuft unruhig im Zimmer auf und ab. Das Frühstück steht auf dem Tisch.

„Nun setz dich schon", sagt Mutter, „der Kaffee wird noch kalt."

„Ich hab keine Ruhe. Hörst du den Sturm?"

,Ja. Er ist noch stärker geworden."

„Unser Kran", sagt der Vater.

„Was ist mit dem Kran?" fragt Mutter.

Da fragt Andreas: „Kann er bei dem Wind umfallen?"

Vater steht am Fenster: „Ich muß auf die Baustelle. Ich finde keine Ruhe."

„Dann trink schnell eine Tasse heißen Kaffee", sagt Mutter, „nimm ein Taxi. Fahr nicht mit dem Motorrad bei dem Sturm. Da hab ich sonst keine ruhige Minute. Ich mach dir ein paar Stullen zurecht. Warum muß ausgerechnet heute so ein Sturm sein."

„So einen Sturm haben wir schon lange nicht erlebt", sagt der Vater. „Mit dem Tierparkbesuch wird's heute nun leider wieder nichts", meint Mutter.

Da sagt Andreas: „Ist der Wind jetzt der Feind, Papa?"

„So ist es", sagt der Vater, „der Sturm ist für uns Bauleute ein gefährlicher Feind. Wir müssen alles dicht machen. Vielleicht ist in unserem Bau ein Fenster nicht geschlossen. Der Wind drückt es ein, reißt Türen raus. Vielleicht ist ein Betonmischer nicht fest aufgestellt. Er wird vom Sturm umgerissen, ist kaputt. Das kostet so viel Geld. Und morgen können wir nicht arbeiten."

Andreas sagt: ,,Geh lieber ganz schnell auf deine Baustelle, Papa." Der Vater lächelt. „Das ist ein guter Rat, Andreas. Und weißt du, du kommst mit. Du hast scharfe Augen. Du siehst, wo was offensteht, und zeigst es mir."

Mutter sagt: „Da muß ich noch ein Stullenpaket zurechtmachen. Ach, ihr beiden..."

Der Sturm wütet über der Baustelle. Es heult und pfeift in der Luft. Dem Hochhaus aber kann er nichts anhaben. Der Vater hält Andreas fest an der Hand. Sonst würde der fortgeblasen werden, so fest er auch seine Füße auf die Erde stemmt. Vater erschrickt. Der Kran! Ein Stahlseil pendelt wild in den Windstößen, daran baumelt ein schwerer Haken, an dem sonst schwere Betonteile hangen. Das Seil hat sich losgerissen, der Haken schlägt hin und her, streift dicht am Glasfenster des Kranführerhäuschens vorbei, kann das Fenster zerschlagen, die Kabel zerfetzen.

Vater sagt aufgeregt: „Da hast du die Bescherung. Ich muß rauf."

„Wo bleibe ich?" fragt Andreas etwas ängstlich.

,,Hier an der Bretterbude ist der Wind nicht so stark, hier bist du sicher. Du wartest auf mich."

Vater will gehen. Aber da kommen zwei junge Männer heran.

„He, Rolf! He, Martin!" ruft Vater.

„Wir wollten nachsehen, ob unser Kran noch steht, Meister", sagt Rolf.

„Ich werde doch gleich mal hochklettern", sagt Martin, der noch einmal so groß ist wie Andreas, „das Seil werde ich mal einfangen."

Vater lacht und sagt: „Du bist der Jüngere. Steig auf den Kran. Aber Vorsicht."

Sie sehen, wie Martin hochsteigt, das Seil heranzieht und festmacht.

Vater sagt: „Das hätten wir geschafft. Bin ich froh."

Vater nimmt Andreas an der Hand. Sie gehen über die Baustelle. Rolf ist in das Hochhaus gegangen. Schlägt oben nicht ein Fenster? Er wird es schließen, er wird dem wütenden Sturm den Weg versperren. Vater steht mit Andreas im Schutz der Bretterbude.

„Gute Jungs, die beiden", sagt Vater, „die besten aus meiner Brigade. Die haben zu Hause auch keine Ruhe gefunden. Gestern waren sie auch bei der Kampfgruppe."

Andreas drängt sich eng an den Vater heran, er friert ein bißchen. Vater schaut aufmerksam über die Baustelle hinweg. Dann springt er aus dem Schutz der Baubude heraus. Der Sturm hat eine Plane hochgerissen. Darunter liegen Zementsäcke. Wenn die vom Regen naß werden, sind sie verdorben. Vater zieht die große Plane fest. Er müht sich sehr, der Sturm hebt sie immer wieder hoch. Andreas läuft zum Vater, zieht mit an der Plane, stellt sich drauf. Vater kann sie jetzt befestigen.

,,Du hilfst ja prima!" ruft Vater. Sie stehen wieder im Schutz der Baubude. Da sagt Vater: ,,Ich will dir die Geschichte von der Kampfgruppe zu Ende erzählen."

Andreas sagt: ,,Hast du versprochen."

Vater nickt. ,,Das war gestern eine Übung. Wir lauerten lange im Wald. Unsere Ausdauer wurde auf eine harte Probe gestellt. Dann aber marschierten wir durch den Wald über sumpfige Wiesen. Wir kamen nur schwer vorwarts. Wir marschierten bis zum Schießplatz. Dort schossen wir. Der Beste von unserer Kompanie war Martin, der jetzt dort oben auf unserem Kran herumklettert. Martin ist ein ganz toller Bursche, Andreas. Als ich ihn gestern lobte, hat er gelacht. ,Siehst du, Meister', hat er zu mir gesagt, ,bei uns kommt keiner durch, da kann sein, was will.' Er ist ein guter Kranführer, unser Martin." Andreas tritt ein bißchen aus dem Schutz der Bretterbude heraus. Er schaut zum Kran hoch. In den Eisenverstrebungen heult der Sturm. Er kann aber nichts mehr anrichten. Martin, Vater, Rolf und auch Andreas sind hier, passen gut auf, daß der Sturm nichts anrichten kann. Vater holt eine Tüte Hustenbonbons aus der Tasche. „Willst du?" Andreas ißt Hustenbonbons für sein Leben gern. Vater sagt: ,,Wir gehen heute noch in den Tierpark, Andreas. Da kann kommen, was will. Und unsere Mama nehmen wir mit. Wir trinken Kaffee und du süßen Kakao. Und einen großen Berg Kuchen essen wir. Das haben wir uns verdient."

„Steht der Kran jetzt ganz fest?" fragt Andreas.

,,Der steht fest. Den wirft nichts um. Wir sind ja da und passen auf."


Wortschatz zum Text

Fragen zum Text


1. Andreas freut sich zweimal mit Vater in den Tierpark gehen zu dürfen, beidesmal wird nichts daraus, aus welchem Grund?


2. Vater spricht von zwei Feinden,die eine Gefahr darstellen,welche sind das, welche erscheint Ihnen reeller?


3. Wie finden Sie den Kranführer Martin und warum?


Aufgaben zum Text

1. Bereiten Sie den Lebenslauf von Günter Görlich in Tabellenform vor.

2. Unterteilen Sie die Erzählung in einige Abschnitte und finden Sie für jeden Abschnitt eine Überschrift!

3. Schreiben Sie Kurzinhalt der Erzählung!

4. Charakterisieren Sie die Haupthelden, Ort und Zeit der Handlung.

5. Nennen Sie die stilistischen Besonderheiten des Werkes.

6. Übersetzen Sie einen Abschnitt des Textes ins Ukrainisch.

Diskutieren Sie das Thema

Beziehungen in der Familie“

PRO und CONTRA

Worthilfen: 
PRO: ich bin für ... , ich halte es für besser, wenn ..., ich unterstütze die Ansicht ..., die Meinung ..., ich sehe folgende Vorteile ..., der Vorteil für die Kinder besteht in ..., positiv für die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder ist ..., Begabungen, Talente fördern ...,

CONTRA: ich bin (absolut) nicht der Meinung, dass ..., ich möchte widersprechen ..., dieses Argument überzeugt mich nicht ..., ich stimme nicht überein mit ..., ich sehe folgende Nachteile ..., negative Auswirkungen sind ...


Schreibprojekt

Was denken Sie, wird es diesmal klappen, mit dem Tierpark? Wie könnte die Geschichte weitergehen? Schreiben Sie Ihre eigene Ende der Erzählung.


Fragen für Selbstarbeit

- Welche Themen, Ideen, Probleme betrachtet Günter Görlich.

- Welche "allegorischen" Elemente gibt es in der Erzählung? Was ist ihre Funktion?

- Was könnte der Autor mit seinem Werk zeigen wollen?

- Was denken Sie selbst zur Fragen, die im Werk erstellen sind?


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